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Noch ist unklar, wer die acht Staaten sind, die sich zum Club der Energiewender zusammenschließen wollen.
Noch ist unklar, wer die acht Staaten sind, die sich zum Club der Energiewender zusammenschließen wollen.(Foto: dpa)

Energiewende-Club: Altmaier-Idee versandet in Abu Dhabi

Es wäre ein überraschendes Bündnis. Auch das Kohleland China will den Ausbau von Wind- und Solarenergie forcieren und womöglich bei dem von Deutschland initiierten Energiewende-Club mitmachen. Doch mit dessen Gründung hapert es.

Altmaier muss sich noch Mitspieler für seinen Club suchen.
Altmaier muss sich noch Mitspieler für seinen Club suchen.(Foto: dpa)

Die Bundesregierung hofft auf eine Mitarbeit von China im geplanten Club der Energiewendestaaten. "China wird zum Pionierland für erneuerbare Energien", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier in Abu Dhabi nach einem ersten Treffen von acht Staaten, die sich als Gründungsmitglieder an dem Club beteiligen könnten. China würde dem Bündnis, das gemeinsam den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben und auf der politischen Agenda nach oben setzen will, Gewicht verleihen. Altmaier wollte sich mit Blick auf das vertrauliche Treffen nicht zu Details äußern, er zeigte sich aber optimistisch, dass die Gründung gelingt.

An den Verhandlungen über die Grundlagen eines solchen Vorreiter-Bündnisses nahmen am Rande der weltgrößten Erneuerbare-Energien-Konferenz neben Deutschland und China auch Großbritannien, Südafrika, Frankreich, Tonga, Marokko und Dänemark teil. Wann eine mögliche Gründungsurkunde unterzeichnet werden könnte, blieb unklar.

Zwar ist China derzeit der größte Klimasünder, zugleich werden nirgendwo so viele neue Windräder aufgestellt, weil die Abhängigkeit vom Kohlestrom in eine ökologische Katastrophe münden könnte. "Wir haben eine exzellente bilaterale Zusammenarbeit mit China und die werden wir in Zukunft auch weiter ausbauen", sagte Altmaier.

Unklar, wer überhaupt mitmacht

Der Bundesumweltminister sieht den Club als Vehikel, um den Klimaschutz zu stärken und deutschen Unternehmen neue Absatzmärkte zu erschließen. Anders als von einigen erwartet, konnte in Abu Dhabi aber noch nicht fixiert werden, wer tatsächlich mitmacht. Grünen- Fraktionschef Jürgen Trittin sprach von einer "Alibiveranstaltung in der Wüste".

Altmaier verteidigte das Schweigen. Die Vertreter der anderen Staaten verließen ebenfalls wortlos das Treffen. Zuvor hatte China mit Deutschland bereits eine Absichtserklärung zu einer stärkeren Kooperation beim Ausbau erneuerbarer Energien unterzeichnet. "Es gab ein vertrauliches Abendessen mit Ländern aus allen wesentlichen Regionen der Welt, die beim Ausbau erneuerbarer Energien vorangehen", so Altmaier. Er sei optimistischer denn je, dass es gelingen könne, das Thema gemeinsam voranzubringen." Er wies die Befürchtung zurück, dass das Ganze nur eine Plauderrunde werde.

Quelle: n-tv.de

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