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Polen setzt auf Kohle. Das Land bezieht mehr als 90 Prozent seiner Energie aus dem fossilen Rohstoff.
Polen setzt auf Kohle. Das Land bezieht mehr als 90 Prozent seiner Energie aus dem fossilen Rohstoff.(Foto: REUTERS)

Umweltminister spricht auf Klimagipfel: Altmaier verschont Polen

Polen blockiert den Fortschritt der EU beim Ausbau der Klimaziele. Das Land bangt um seine Kohleindustrie. Umweltminister Altmaier geht auf das Dilemma auf der UN-Klimakonferenz nur indirekt ein. Umweltorganisationen sind enttäuscht.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat an die 194 Teilnehmerstaaten der UN-Klimakonferenz appelliert, sich stärker im Kampf gegen die Erderwärmung zu engagieren. "Deutschland ist ernsthaft besorgt, die Begrenzung auf zwei Grad zu schaffen", sagte Altmaier in Katars Hauptstadt Doha. "Wenn wir nicht handeln, werden einige von uns hier in diesem Raum bald wegen eines steigenden Meeresspiegels ihre Häuser verlieren."

Altmaier: "Wenn wir nicht handeln, werden einige von uns hier in diesem Raum bald wegen eines steigenden Meeresspiegels ihre Häuser verlieren."
Altmaier: "Wenn wir nicht handeln, werden einige von uns hier in diesem Raum bald wegen eines steigenden Meeresspiegels ihre Häuser verlieren."(Foto: dapd)

Altmaier schlug einen weltweiten Umbau der Energiewirtschaft hin zu mehr erneuerbaren Energien vor. Klimaschutz sei kein Wachstumsverhinderer. So habe Deutschland trotz Wachstums eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 26 Prozent geschafft. Besonders stellte er die Energiewende in den Vordergrund: "Die Energiewende bedeutet maximalen Klimaschutz und maximale Wettbewerbsfähigkeit zugleich."

Der Umweltminister nannte die bisherigen Fortschritte in Doha unbefriedigend. "Die dramatische Entwicklung des Klimawandels steht im scharfen Gegensatz zu dem langsamen Fortschritt unserer Arbeit", sagte Altmaier. Er betonte: Nachhaltiger Klimaschutz "ist die Schlüsselaufgabe unserer Generation". Altmaier kritisierte, dass zu viele zu stark nur in nationalen Kategorien beim Klimaschutz denken würden.

Umweltorganisationen sind nicht zufrieden

In Doha zeichnet sich ab, dass die EU ihre Klimaschutzziele nicht wie geplant hochschraubt. Die Gemeinschaft wollte den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß bis 2020 um 30 statt um 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 verringern. Polen sperrt sich aber dagegen. Umweltminister Marcin Korolec sagte: Doha sei nicht der richtige Ort, um "EU-interne Klimapolitik" zu diskutieren. Er fügte hinzu: "Ich glaube nicht, dass ein Klimagipfel dafür da ist, seine nationale Politik zu ändern."

Aus Entwicklungsländern erklang überdies die Kritik, dass die Industriestaaten sie nicht im ausreichenden Maße im Kampf gegen die Erderwärmung unterstützen. Auf vorausgegangenen Klimakonferenzen hatten die Staaten vereinbart, Stück für Stück mehr Geld bereitzustellen, mit dem Anpassungen an den Klimawandel, der Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeinsparungen finanziert werden. Ab 2020 soll die Weltgemeinschaft jährlich 76 Milliarden Euro (rund 100 Milliarden US-Dollar) geben. Doch bisher machen viele Länder schon für die kommenden Jahre kaum neue Hilfszusagen.

Minister Altmaier bekräftigte indes vor dem Plenum, dass Deutschland seine Klimaschutzhilfen für besonders betroffene Länder 2013 um 400 Millionen auf 1,8 Milliarden Euro erhöhen wolle.

Umweltschützer vom Naturschutzbund Deutschland und Greenpeace kritisierten allerdings, dass er in der Rede nicht auf die Blockade Polens beim CO2-Ausstoß einging.

Quelle: n-tv.de

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