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Salafist stach auf Polizisten ein: Angeklagter zeigt keine Reue

Die Situation eskaliert an jenem 5. Mai 2012: In Bonn provoziert die rechte Gruppe Pro NRW mit den umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Junge Muslime protestieren dagegen, unter ihnen auch radikale Salafisten. Es kommt zu Attacken gegen Polizisten. Einer der mutmaßlichen Täter, Murat K., steht nun vor Gericht.

Gut fünf Monate nach der Messerattacke auf Polizeibeamte in Bonn hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Salafisten mit einem Geständnis des Angeklagten begonnen. Der 26-jährige Murat K. gab vor dem Landgericht Bonn zu, am 5. Mai eine Polizistin und ihren Kollegen mit Messerstichen im Oberschenkel schwer verletzt haben. Die Tat beging er bei einer Demonstration gegen eine Kundgebung, bei der die rechte Gruppe Pro NRW Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte.

Murat K. zeigte keine Reue. Der Islam verbiete eine Beleidigung des Propheten Mohammed, sagte der 26-Jährige. Wer dem zuwiderhandele, müsse bestraft werden. "Das ist das Problem, dass leider der Westen den Islam nicht respektiert", sagte der Angeklagte.

Die Bonner Strafkammer will am ersten Verhandlungstag auch die beiden verletzten Polizisten vernehmen. Außerdem wurden zum Prozessauftakt im Gerichtssaal Videomitschnitte der Ausschreitungen gezeigt, auf denen sich K. als Mittäter identifizierte.

Bis zu 10 Jahre Haft

Bei den damaligen Zusammenstößen zwischen Demonstranten aus dem salafistischen Umfeld und der Polizei waren insgesamt 29 Beamte verletzt worden, 109 Menschen wurden vorläufig festgenommen. Die beiden von dem Messerstecher verletzten Beamten mussten mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden.

Die Anklage legt Murat K. schweren Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zur Last. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Höchststrafe von zehn Jahren Haft.

Gegen den aus Hessen stammenden Mann war zunächst wegen versuchten Mordes ermittelt worden. Dieser Verdacht ließ sich laut Staatsanwaltschaft aber nicht belegen, da dem Mann ein Tötungsvorsatz "nicht hinreichend sicher" nachgewiesen werden konnte.

Quelle: n-tv.de

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