Dienstag, 02. September 2008
Sauerland-Terroristen: Anklage erhoben
Knapp ein Jahr nach der Verhaftung von drei mutmaßlichen islamischen Terroristen im Sauerland hat die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben. Ihnen wird unter anderem die Mitgliedschaft in einer in- sowie ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Der Prozess gegen Fritz Gelowicz, Daniel Schneider und den Türken Adem Yilmaz soll vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf stattfinden, teilte ein Sprecher mit.
Schneider muss sich zudem wegen versuchten Mordes an einem Polizisten verantworten, weil er bei seiner Festnahme Anfang September auf einen Beamten des Bundeskriminalamts geschossen hatte. Nähere Angaben zum Inhalt der Anklage machte der Sprecher der Bundesanwaltschaft nicht.
Bombenanschläge geplant
Die beiden zum Islam konvertierten Deutschen und der Türke sollen der international operierenden "Islamischen Dschihad Union" angehören und Bombenanschläge in Deutschland geplant haben. Bei der größten Polizeiaktion gegen mutmaßliche Terroristen seit der Entführung von Hanns-Martin Schleyer 1977 waren sie vor dem Zugriff monatelang observiert worden. Am 4. September 2007 wurden die Männer in einem Ferienhaus im Sauerland festgenommen.
Zum Mischen von Sprengstoff hatte sich das Trio den Erkenntnissen zufolge zwölf Fässer mit Wasserstoffperoxid beschafft. Dieses hatten die Fahnder zum Zeitpunkt der Festnahme bereits heimlich gegen eine verdünnte Substanz ausgetauscht. Aus den mit Wasserstoffperoxid gefüllten Fässern hätten sich einem früheren Haftbeschluss zufolge 550 Kilogramm produzieren lassen, mit einer Sprengkraft von mehr als 400 Kilo TNT. Entsprechende Zünder sollen sich die drei aus der Türkei besorgt haben.
Flughäfen, Diskos und Pubs als Ziel
Mit der Festnahme waren die Ermittler nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Bombenbauern nur knapp zuvorgekommen. Nach früheren Angaben des Bundesgerichtshofs sollten damals die Anschläge "in naher Zukunft" begangen werden. Die Ermittler gehen davon aus, dass mehrere mit Sprengstoff beladene Mietfahrzeuge vor Flughäfen sowie vor Diskotheken und Pubs mit vorwiegend US-amerikanischem Publikum gezündet werden sollten.
Die Anschläge sollen von der im pakistanisch-afghanischen Grenzland agierenden "Islamischen Dschihad Union" gesteuert worden sein. Der BGH geht bislang davon aus, dass das Trio dieser aus Usbekistan stammenden Terrorgruppe angehört. Zuvor hatte das oberste deutsche Strafgericht in Karlsruhe von einer "schon jetzt relativ klaren Beweislage" gesprochen.
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck
-
Eintrag in Flensburg
Ramsauer verschärft Punkte
-
Unregelmäßigkeiten in Ägypten
Sabahi will die Wahl anfechten