Donnerstag, 09. Juli 2009
15 Schulkinder getötet: Anschlag bei Kabul
Eine Woche nach Beginn einer US-geführten Großoffensive gegen die Taliban im Süden Afghanistans sind bei einem Anschlag mindestens 25 Menschen getötet worden, darunter auch 15 Schulkinder. Bei der Detonation einer Autobombe auf einem Markt etwa 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Kabul seien am Donnerstag 21 Zivilisten und vier Polizisten ums Leben gekommen, sagte ein Polizeisprecher in der zentralafghanischen Provinz Logar. Der Sprengstoff sei in einem möglicherweise absichtlich umgestürzten Lastwagen unter einer Holzladung versteckt gewesen. Als Dorfbewohner und Polizisten das Hindernis von der Straße räumen wollten, sei der Sprengsatz ferngezündet worden. Noch bekannte sich niemand zu dem Anschlag.
Ein Sprecher des afghanischen Bildungsministeriums sagte, mehrere Schüler einer nahen Jungenschule seien bei der Explosion ums Leben gekommen. Einige Läden auf dem Markt im Distrikt Mohammad Agha seien zerstört worden. Die Wucht der Detonation habe noch in einem Kilometer Entfernung Fenster zerspringen lassen. Fernsehbilder zeigten Anwohner, die in den Trümmern zerstörter Geschäfte nach Überlebenden suchten. Unter einem Apfelbaum lagen die Leichen zweier Kinder, umringt von weinenden Angehörigen. Es ist der schwerste Anschlag seit fast genau einem Jahr, als 58 Menschen beim Attentat auf die indische Botschaft in Kabul getötet wurden.
Gewalt eskaliert nach US-Offensive
Die Provinz Logar liegt nahe der östlichen Taliban-Hochburgen. In der Provinz Helmand im Süden hatten US-amerikanische und afghanische Truppen vor genau einer Woche eine Großoffensive gegen die Taliban begonnen. Danach war die Gewalt im Land eskaliert. Bei einem Bombenanschlag im Süden wurden am Donnerstag nach NATO-Angaben zwei Soldaten getötet. Über ihre Nationalität wurde zunächst nichts bekannt.
Deutscher Konvoi beschossen
Am Mittwochabend wurde ein deutscher Konvoi im Norden des Landes aus dem Hinterhalt beschossen. Wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte, wurde der Konvoi etwa 45 Kilometer südlich von Kundus in der Provinz Baghlan mit Panzerabwehrhandwaffen und Handfeuerwaffen angegriffen. Die Bundeswehrsoldaten hätten das Feuer erwidert und konnten ihre Fahrt fortsetzen. Deutsche Soldaten seien nicht verletzt worden, hieß es weiter. Ein Transportpanzer vom Typ Fuchs sei leicht beschädigt worden.
AFP/dpa
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