Freitag, 28. März 2008
Fußball-WM 2006: Anschlag vereitelt
Ein möglicherweise geplanter Anschlag während des Eröffnungsspiels der Fußball-WM 2006 in München ist nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) von den Behörden im Ansatz vereitelt worden.
Man habe die Öffentlichkeit damals bewusst nicht informiert, um Panikreaktionen zu vermeiden, sagte der derzeit in den USA weilende Politiker dem Sender n-tv in Washington. Auch der bayerische Landespolizeipräsident Waldemar Kindler sagte gegenüber n-tv, der gesamte Vorgang sei der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt gemacht worden.
Der Sprecher des Innenministeriums, Karl Scheufele, sagte n-tv, ein einzelner Mann, der dem "islamistischen Extremismus zuzurechnen" sei, habe sich damals im Bereich der Allianz-Arena in München auffällig verhalten. Daraufhin habe ihn die Polizei intensiv überprüft. Im Laufe dieser Überprüfungen habe der Mann - anscheinend unter dem Eindruck der Nachforschungen - Deutschland verlassen.
Nach Angaben des Ministeriums handelte es sich um einen in München lebenden 31-jährigen Iraker, der den Sicherheitsbehörden bereits als Islamist mit Kontakten zur Organisation Ansar el Islam bekannt gewesen sei. "In seinem unmittelbaren Umfeld waren Anhaltspunkte festgestellt worden, die den konkreten Verdacht begründeten, dass dieser sprengstoffverdächtige Gegenstände besitzen könnte", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Dieser Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, zu "konkreten Gefährdungssituationen" sei es nicht gekommen. Der Mann sei nach seiner Ausreise nach derzeitigen Erkenntnissen bislang auch nicht nach Deutschland zurückgekehrt.
Wenige Monate nach der WM hatte es bereits Berichte gegeben, wonach zwei Bombenanschläge während des Turniers geplant worden seien. Demnach wollten die sogenannten Kofferbomber, die im Sommer 2006 Anschläge auf zwei Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen verüben wollten, ihre Attentate ursprünglich bereits während des Sportereignisses durchführen.
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