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Feier in Brüssel abgesagt : Anschlagsangst überschattet Silvesterpartys

Über der belgischen Hauptstadt Brüssel bleibt der Himmel in der Silvesternacht dunkel. Alle Feiern und Feuerwerke sind abgesagt. In Berlin wird unter erhöhten Sicherheitsbedingungen gefeiert.

Aus Angst vor Anschlägen sind das Silvesterfeuerwerk und alle anderen öffentlichen Neujahrsfeierlichkeiten in der belgischen Hauptstadt Brüssel in letzter Minute abgesagt worden. Aufgrund der Risikoanalyse des Krisenzentrums sei er dazu gezwungen, sagte Bürgermeister Yvan Mayeur. Auch in Berlin und anderen europäischen Hauptstädten gelten für die Silvesterfeiern erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. In der türkischen Hauptstadt Ankara wurden zwei Terrorverdächtige festgenommen.

In Brüssel waren nach Razzien am Sonntag und Montag zwei Verdächtige festgenommen worden, die zu Silvester Anschläge an symbolischen Orten Brüssels geplant haben sollen. Die Bedrohung wurde als "ernsthaft" eingestuft.

Allein zum Feuerwerk auf dem Platz De Brouckère in der Brüsseler Innenstadt waren mindestens 50.000 Menschen erwartet worden. Doch solche Massenansammlungen seien nicht zu kontrollieren, sagte Mayeur. Gemeinsam mit Innenminister Jan Jambon habe er deswegen beschlossen, "die Feiern am Donnerstagabend nicht zu organisieren". Premierminister Charles Michel sprach von einer harten, aber richtigen Entscheidung.

Die Absage ist ein weiterer Tiefschlag für die belgische Hauptstadt. Aus dem Brüsseler Problemviertel Molenbeek stammten auch einige der Attentäter, die vor sechs Wochen in Paris 130 Menschen getötet hatten. Erst am Mittwoch hatte die Polizei im Zusammenhang mit den Paris-Anschlägen in Molenbeek eine Wohnung durchsucht und einen Menschen zur Vernehmung in Gewahrsam genommen. Die Ermittlungen, die zur Absage des Silvesterfeuerwerks führten, hatten indes keinen unmittelbaren Bezug zu Paris.

Sicherheitszone in Berlin0

In der türkischen Hauptstadt Ankara wurden am Mittwoch zwei mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) festgenommen, die Anschläge zum Jahreswechsel geplant haben sollen. Durch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Ankara und den Einsatz der Polizei sei es gelungen, die von den IS-Mitgliedern geplanten Bombenattentate zu vereiteln, erklärte die Provinzregierung. Medienberichten zufolge planten die Verdächtigen am Silvesterabend Selbstmordanschläge im Zentrum von Ankara.

Auch in anderen europäischen Hauptstädten werden zu Silvester die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Rings um das Brandenburger Tor in Berlin, wo bis zu eine Million Besucher erwartet werden, sind voraussichtlich 150 Beamte mehr im Einsatz als im Vorjahr. Zudem gilt auf der gesamten Festmeile ein Rucksack- und Kofferverbot. Auch große Taschen sind nicht erlaubt.

In der französischen Hauptstadt Paris sollen in der Neujahrsnacht 11.000 Polizisten, Soldaten und Feuerwehrmänner für Sicherheit sorgen, 2000 mehr als noch 2015. Ein geplantes Feuerwerk wurde gestrichen und eine Lichtershow auf dem Triumphbogen gekürzt. Der Rote Platz in Moskau, wo sonst zehntausende Menschen das neue Jahr begrüßen, wird aus Angst vor Anschlägen erstmals abgesperrt.

Feierlaune herrscht hingegen im australischen Sydney. Die Stadt wird als eine der ersten Metropolen das neue Jahr einläuten. Das Feuerwerk an der Harbour Bridge und der berühmten Oper soll das größte in der Geschichte der Stadt werden. Mehr als eine Million Besucher werden dazu erwartet.

Quelle: n-tv.de

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