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Während der Ausschreitungen war es zu Brandstiftungen und Plünderungen gekommen.
Während der Ausschreitungen war es zu Brandstiftungen und Plünderungen gekommen.(Foto: dpa)
Sonntag, 09. Juli 2017

Krawalle in Hamburg: Anti-G20-Bündnisse lehnen Verantwortung ab

Die Tage des G20-Gipfels in Hamburg sind geprägt von regelrechtem Chaos. Es kommt zu Straßenkämpfen; Demonstranten und Polizisten werden verletzt. Die Organisatoren der gipfelkritischen Proteste wollen dafür nicht verantwortlich sein.

Die Organisatoren der Hamburger Anti-G20-Proteste haben jede Verantwortung für die Krawalle während des Gipfeltreffens zurückgewiesen. "Den Schuh werden wir uns nicht anziehen; als die Bündnisse, die einen zivilen Ungehorsam und Demonstrationen organisiert haben", sagte die Sprecherin der Demonstration "Grenzenlose Solidarität statt G20", Emily Laquer.

Es bestehe allerdings Einigkeit, "dass wir es falsch finden, wenn die Bürger der Stadt Hamburg in Mitleidenschaft genommen werden und ihre Autos angegriffen werden. Das wollten wir so nicht". Das sei nicht Teil der Verabredungen für die Aktionen und Bündnisse gewesen, sagte Laquer, die zu der vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestuften Interventionistischen Linken gehört.

Aufarbeitung und Dialog angekündigt

In der Krawallnacht von Freitag auf Samstag seien unterschiedliche Akteure unterwegs gewesen, sagte Laquer. Man wolle die Vorfälle nun aufarbeiten. "Wir werden einen Dialog führen, aber mit allen - also mit denjenigen, die das gut fanden, und auch mit denjenigen, die hier in der Stadt wohnen."

Erneut gab Laquer der Polizei eine Mitschuld an den Krawallen: "Wir haben immer wieder vor dem Gipfel die Polizei aufgefordert, den Weg der Eskalation zu verlassen, und haben auch gewarnt, dass es Menschen geben wird, denen der Kragen platzt, wenn sie das nicht macht."

Den letzten Zahlen zufolge wurden bei den gewaltsamen Protesten insgesamt 476 Beamte verletzt. Es handele sich dabei um Polizisten aus den Ländern und um Bundespolizisten, hieß es von der Hamburger Polizei. Seit Beginn des Polizeieinsatzes am 22. Juni wurden insgesamt 186 Menschen fest- und 225 in Gewahrsam genommen.

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Quelle: n-tv.de

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