Politik
In Afghanistan werden auch in den kommenden Jahren Bundeswehrsoldaten gebraucht.
In Afghanistan werden auch in den kommenden Jahren Bundeswehrsoldaten gebraucht.(Foto: dapd)

Verband: "Kräfte sind überdehnt": Armee an der Belastungsgrenze?

Die Bundesregierung will den Kampf gegen Islamisten in Mali unterstützen, gleichzeitig sind viele Soldaten in Afghanistan stationiert. Der Bundeswehrverband meint, entweder müsste die Armee vergrößert oder ihre Aufgaben reduziert werden.

Ulrich Kirsch
Ulrich Kirsch(Foto: dapd)

Angesichts der geplanten Entsendung von bis zu 330 deutschen Soldaten nach Mali kritisiert der Bundeswehrverband eine zu starke Ausweitung von Auslandseinsätzen. "Es ist eine Tatsache, dass die Kräfte der Bundeswehr stark überdehnt sind", sagte der Chef des Verbandes, Ulrich Kirsch, der "Augsburger Allgemeinen". Er forderte die Politik auf, die Bundeswehr wieder zu vergrößern oder die Auslandseinsätze zu begrenzen. "So weitermachen wie bisher, das geht jedenfalls nicht", sagte Kirsch.

Der Verbandschef kritisierte vor allem geplante Einsparungen im Zuge der Bundeswehrreform. "Die Sparpolitik ist unverantwortlich", sagte Kirsch. "Das Reformkonzept krankt daran, dass man versäumt hat, zunächst zu definieren, für welche Herausforderungen die Bundeswehr in Zukunft gewappnet sein soll", fügte er hinzu. Es sei nicht hinnehmbar, "die Bundeswehr als Vehikel zum Ausgleich des Bundeshaushalts" zu missbrauchen. "Ein Spardiktat zur Grundlage einer Reform der Streitkräfte zu machen, ist völlig inakzeptabel." Der Bundeswehrverband vertritt Interessen von Soldaten.

Die Bundesregierung plant, bis zu 330 deutsche Soldaten nach Mali zu entsenden um den Kampf gegen Islamisten zu unterstützen. Die Deutschen wollend dabei Transporte und Logistik organisieren, ein Kampfeinsatz ist nicht vorgesehen.

Afghanistan bleibt aktuell

Weitere Kapazitäten der Bundeswehr sind in Afghanistan gebunden. Wie viele der Soldaten dort längerfristig verbleiben sollen, will Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) noch nicht festlegen. Der "Neuen Presse Hannover" sagte er, die Bedingungen für die kommende Mission müssten noch mit den Partnern wie den USA besprochen werden. "Es kann sein, dass wir noch im ersten Halbjahr dieses Jahres zu einer Vorentscheidung kommen. Es kann auch sein, dass wir sie erst 2014 treffen", sagte de Maizière. "Das entscheiden ganz wesentlich die Amerikaner. Sie tragen die Hauptlast."

Der Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan soll 2014 beendet sein. Die USA planen nach Medienberichten, anschließend bis zu 10.000 Mann am Hindukusch zu belassen. Allerdings wurden angesichts der fragilen Sicherheitslage auch schon höhere Zahlen genannt. Der Bundestag hatte im Januar beschlossen, das Bundeswehr-Kontingent bis Ende Februar 2014 von derzeit 4500 auf 3300 Soldaten zu reduzieren.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen