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Die afghanische Armee wurde in Kundus von den Taliban überrascht und überrannt.
Die afghanische Armee wurde in Kundus von den Taliban überrascht und überrannt.(Foto: imago/Xinhua)

Kundus von Taliban erobert: Arnold: Bundeswehr muss länger bleiben

Mit Kundus machen die Taliban ihre erste große Eroberung seit 2001. Die afghanische Armee rüstet sich zur Rückeroberung. SPD-Verteidigungsexperte Arnold fordert, die Bundeswehr müsse ihren eigentlich beendeten Einsatz in Afghanistan verlängern.

Nach der Eroberung der afghanischen Provinzhauptstadt Kundus durch die Taliban fordert SPD-Politiker Rainer Arnold eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in dem Bürgerkriegsland. Die rund 700 deutschen Soldaten im Norden Afghanistans sollten ein weiteres Jahr bis Ende 2016 in voller Stärke dort bleiben, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. "Angesichts der Situation in Afghanistan wäre es falsch, die Afghanen völlig alleine zu lassen."

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Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte am Wochenende vor einem zu frühen Truppenabzug aus Afghanistan gewarnt. Die Bundeswehr hatte sich vor zwei Jahren aus der Unruheprovinz Kundus zurückgezogen, ist aber noch im 170 Kilometer entfernten Masar-i-Scharif stationiert - allerdings nur zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Armee. Ihren Kampfeinsatz in Afghanistan hat die Nato Ende 2014 nach 13 Jahren beendet. Bisher ist geplant, im Laufe des Jahres 2016 alle Nato Truppen aus der Fläche nach Kabul zurückzuziehen.

Arnold meint, dass das zu früh ist. "Eines kann es nicht geben: Dass wir zuschauen, wie die Taliban das Land überrennen", sagte er. Die Entscheidung liege aber letztlich bei US-Präsident Barack Obama, weil sein Land die meisten Soldaten der Nato-Truppe stelle.

Nächste Schlacht um den Flughafen

Das afghanische Innenministerium hatte am Montag eingeräumt, dass die Taliban Kundus eingenommen haben. Regierungstruppen bereiten dem Innenministerium zufolge eine Gegenoffensive vor. Die Taliban hatten am Montagmorgen aus mehreren Richtungen mit dem Sturm auf die Stadt begonnen und sie bis zum Abend eingenommen. Im Zentrum hissten sie Augenzeugen zufolge ihre weiße Fahne. Kundus ist die erste Provinzhauptstadt, die seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 von den Aufständischen erobert wurde.

Viele der rund 300.000 Bewohner flohen an den Flughafen, der bis zum Abend noch unter der Kontrolle der Regierung stand. Dort unterhalten die afghanischen Sicherheitskräfte Stützpunkte. Der Gouverneur hielt sich bereits vor dem Angriff im Ausland auf. Taliban-Kommandeur Mullah Usman sagte nach der Eroberung der Stadt aber: "Unsere Kämpfer bewegen sich nun in Richtung des Flughafen-Hügels vor, wo sich der Feind versteckt." Nach Angaben des Innenministeriums traf am Flughafen Verstärkung ein.

Quelle: n-tv.de

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