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Nördlich von Aleppo unterstützte die russische Armee das Assad-Regime, um eine Schneise ins Rebellengebiet zu schlagen.
Nördlich von Aleppo unterstützte die russische Armee das Assad-Regime, um eine Schneise ins Rebellengebiet zu schlagen.(Foto: REUTERS)

Russland macht es möglich: Assad-Armee schneidet Rebellenroute ab

Während in Genf um Ansätze für einen Frieden in Syrien gerungen wird, kann das Regime bei Aleppo einen Erfolg feiern. Russische Luftschläge helfen dabei entscheidend. Das setzt die Opposition auch bei den Friedensgesprächen unter Druck.

Das syrische Regime hat den Rebellen im umkämpften Aleppo mit Hilfe russischer Luftangriffe einen schweren Schlag versetzt. Während bei den Friedensgesprächen in Genf noch um eine Beruhigung des Konflikts gerungen wurde, schnitten Regimetruppen die wichtigste Nachschubroute der Aufständischen von der Großstadt zur türkischen Grenze ab, berichten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie die staatliche Nachrichtenagentur Sana übereinstimmend.

Am Abend wurde bekannt, dass die Friedensgespräche bis Ende des Monats ausgesetzt werden sollen. Die Gespräche unter UN-Vermittlung würden bis zum 25. Februar "vorübergehend unterbrochen", sagte der UN-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura. Er hatte noch am späten Dienstagabend im Schweizer Fernsehen eindringlich vor einem Scheitern der Gespräche gewarnt.

Belagerung von Dörfern endet durch Armeevorstoß

Syriens Armee war in den vergangenen Tagen unterstützt von Luftschlägen der verbündeten Russen nördlich von Aleppo vorgerückt. Die Einnahme von Teilen der Straße könnte zu Versorgungsengpässen bei den Rebellen führen. Es gibt allerdings noch eine zweite Versorgungsstraße, die noch von den Aufständischen kontrolliert wird. Angaben von Sana zufolge hätten die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad zeitgleich mit ihrem Vorrücken die Belagerung der Dörfer Nubul und Zahraa beendet. Die Orte waren drei Jahre lang von Rebellenverbänden eingeschlossen gewesen.

Die frühere Handelsmetropole Aleppo ist neben Damaskus die wichtigste Stadt Syriens. Während das Regime den Westen Aleppos kontrolliert, beherrschen Rebellengruppen den Osten und den Süden. Es ist das letzte große Stadtzentrum, das in Syrien noch von Rebellen kontrolliert wird. Damit erhöht sich auch weiter der Druck auf die Unterhändler der Opposition bei den derzeit laufenden Friedensgesprächen in Genf.

Die Opposition fordert ein Ende der Luftangriffe und warf dem Regime zuletzt vor, die Gewalt während der Gespräche eskalieren zu lassen. Ansonsten will sie wieder aus Genf abreisen. Russland unterdessen lehnte einen Stopp der Luftangriffe, durch die die verbündeten Regimekräfte an mehreren Fronten an Boden gewinnen konnten, ab. "Damit zu rechnen, dass Ultimaten die Probleme lösen helfen, ist kurzsichtig und perspektivlos", sagte Außenminister Sergej Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax.

Für eine Feuerpause sei wichtiger, den Schmuggel über die syrisch-türkische Grenze einzustellen. "Ohne dies ist eine Waffenruhe wirklich schwierig", betonte er bei einem Besuch in Oman. "Die Angriffe werden nicht aufhören, bis die Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) und Al-Nusra-Front besiegt sind", betonte Russlands Chefdiplomat. Russland ist ein enger Partner von Präsident Baschar al-Assad und fliegt seit September Angriffe in Syrien. Ziele sind nach westlicher Darstellung nicht nur IS-Stellungen, sondern auch gemäßigte Rebellen.

Quelle: n-tv.de

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