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Sonntag, 06. Dezember 2015

"Schädlich und illegal": Assad: Luftschläge befördern Terrorismus

Seit Donnerstag fliegt Großbritannien Angriffe gegen die Terrormiliz IS. Aus Sicht von Syriens Präsident Assad ist die Strategie der internationalen Koalition zum Scheitern verurteilt.

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat sich in einem Interview zu den westlichen Luftschlägen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geäußert. Ohne eine "umfassende" Strategie seien die Angriffe "zum Scheitern verurteilt", sagte er der britischen Zeitung "Sunday Times". Die Angriffe würden den Terrorismus eher noch befördern

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Nach der Zustimmung des Parlaments in London hatten britische Kampfjets am Donnerstag erstmals IS-Stellungen in dem Bürgerkriegsland attackiert. Assad bezeichnete die britischen Luftschläge als "schädlich und illegal".

Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana schloss er auch Frankreich in die Kritik mit ein. "Krebs kann man nicht einfach nur herausschneiden", sagte der Machthaber mit Blick auf den IS. Dies führe dazu, dass er sich nur noch schneller im Körper ausbreite. Die US-geführte internationale Koalition habe mit ihren seit mehr als einem Jahr andauernden Luftschlägen lediglich erreicht, dass sich der IS und ähnlich denkende Gruppen ungestört ausgebreitet hätten.

32 IS-Kämpfer getötet

Erst seit Russland eingeschritten sei, nehme deren Einfluss ab. Die Behauptung des britischen Premierministers David Cameron, dass es 70.000 politisch moderate Kämpfer in Syrien gebe, wies Assad als "Farce" zurück. "Wo sind sie?" fragte er. "Es gibt weder 70.000, noch gibt es 7000."

Bei Luftschlägen auf die IS-Hochburg Al-Rakka sind nach Angaben von Aktivisten derweil mindestens 32 Dschihadisten getötet worden. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden mehr als 40 weitere extremistische Kämpfer bei Bombardierungen von IS-Stellungen in der nordöstlichen syrischen Provinz mutmaßlich durch die US-geführte internationale Koalition verletzt.

Die Menschenrechtler beziehen ihre Informationen über ein Netzwerk von Aktivisten in ganz Syrien. Der Bürgerkrieg in dem Land hat bereits mehr als 250.000 Menschen das Leben gekostet.

Quelle: n-tv.de

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