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Diese Bilder sollen die Reste der Tankstelle zeigen, nachdem sie von Regierungstruppen attackiert worden ist.
Diese Bilder sollen die Reste der Tankstelle zeigen, nachdem sie von Regierungstruppen attackiert worden ist.(Foto: AP)

Dutzende Zivilisten sterben: Assad lässt Tankstelle attackieren

Mit äußerster Härte geht Syriens Machthaber Assad gegen die Aufständischen vor. Er will die Kontrolle über die Vororte von Damaskus zurückgewinnen. Dabei schreckt er auch nicht vor Luftangriffen zurück, bei denen viele Unbewaffnete ihr Leben verlieren.

Syrische Kampfflugzeuge haben Oppositionellen zufolge eine Tankstelle in einem Vorort von Damaskus angegriffen und mindestens 30 Zivilisten getötet. Der Zwischenfall ereignete sich in dem hauptsächlich von Sunniten bewohnten Stadtteil Muleiha - einer Hochburg der Aufständischen. Ein Aktivist sagte, der Angriff habe genau zu dem Zeitpunkt stattgefunden, als neues Benzin geliefert worden sei und zahlreiche Menschen sich zum Tanken angestellt hätten. Die Regimegegner stellten ein Video ins Internet, das die brennende Tankstelle zeigen soll.

Regimegegner meldeten weitere Luftangriffe auf mehrere Vororte Damaskus. Dabei habe es zahlreiche zivile Opfer gegeben. In der Ortschaft Moadhamijat al-Scham sollen bei einem Angriff auf eine Bäckerei elf Angehörige einer Familie und ein bislang nicht identifizierter Mann ums Leben gekommen sein. Unter den Opfern seien neun Kinder, hieß es.

Heftige Kämpfe an der Grenze zur Türkei

Die Rebellen attackierten unterdessen zwei Stützpunkte der Armee in der Provinz Daraa sowie den Militärflughafen Taftanas in der Provinz Idlib - eine der letzten Bastionen der Regierungstruppen in der Provinz. Aktivisten in Idlib berichteten, während der Kämpfe in der Nähe des Flughafens seien mehrere Soldaten mit einem Panzer zu den Rebellen übergelaufen. Nach Angaben der Regimegegner war an den Kämpfen, bei denen vier Rebellen starben, auch die radikalislamische Al-Nusra-Front beteiligt.

Ein Rebellensprecher sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija, die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hätten den Flughafen zuletzt vor allem genutzt, um Helikopter mit Fässern voller Sprengstoff zu bestücken. Diese Fässer waren in den vergangenen Monaten als Bomben über mutmaßlichen Rebellenstützpunkten abgeworfen worden. Die Provinz Idlib grenzt an die Türkei.

Auch in der Nähe des Militärstützpunkts Wadi Deif in der Provinz Idlib gab es nach Angaben der Beobachtungsstelle Kämpfe. Wadi Deif ist einer der letzten wichtigen Stützpunkte der Regierungstruppen im Nordwesten des Landes. Aufständische der Al-Nusra-Front hatten laut der Beobachtungsstelle vor knapp einer Woche eine Offensive auf das Gelände gestartet. Dabei wurde den Angaben zufolge am 30. Dezember ein australischer Staatsbürger getötet, der auf der Seite der Gegner von Assad gekämpft habe.

Offiziere verlassen das Land

Indessen gehen Assad immer mehr hochrangige Militärs von der Stange. Ein General und sieben weitere Offiziere haben sich jüngst nach Jordanien abgesetzt. Fahnenflucht wird in Syrien mit dem Tode geahndet.

Am Mittwoch zählten die Regimegegner 62 Tote. Am Dienstag waren nach Informationen der in London ansässigen Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter landesweit 110 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 31 Angehörige der Regierungstruppen. In den 21 Monaten des Aufstands gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad sind nach Angaben der Uno mittlerweile fast 60.000 Menschen ums Leben gekommen.

Die Bundesregierung zeigte sich am Mittwoch besorgt über die Lage der syrischen Flüchtlinge. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Peschke, sprach in Berlin von einem großen Problem. Die Bundesregierung habe bisher knapp 100 Millionen Euro für die Unterstützung von Flüchtlingen in den Nachbarländern Syriens bereitgestellt. Auch der Türkei sei mehrfach Hilfe angeboten worden, sagte Peschke. Ankara habe sich dafür offen gezeigt. Derzeit werde abgestimmt, was konkret getan werden könne.

Quelle: n-tv.de

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