Politik
FSA-Kämpfer in Aleppo
FSA-Kämpfer in Aleppo(Foto: REUTERS)

Nach Verhandlungen mit Rebellen: Assad tauscht 2130 Gefangene ein

Die syrische Regierung hat sich mit einer Rebellengruppe in ihrem Land auf einen umfangreichen Gefangenenaustausch geeinigt. Durch Vermittlung durch Katar und die Türkei kommen über 2000 Menschen frei, denen die Todesstrafe drohte. Auch die "Friedensbräute" sind frei.

Syrien lässt nach Angaben einer türkischen Hilfsorganisation 2130 zivile Häftlinge frei im Austausch gegen 48 Iraner, die von den Rebellen festgehalten werden. Die Rebellentruppe Al-Baraa hatte die Iraner im August gefangen genommen und ursprünglich ihre Hinrichtung angekündigt.

Nach ihrer Darstellung sind die Iraner Angehörige der Revolutionsgarde, die zur Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in das Land geschickt worden waren. Der Iran bezeichnete die Landsleute als Pilger, die schiitische Heiligtümer besuchen wollten. Auch das staatliche iranische Fernsehen meldet ihre Freilassung.

Die türkische Hilfsorganisation IHH erklärte, die meisten Häftlinge, die freigelassen werden sollten, seien Syrer. Unter ihnen seien aber auch einige Türken sowie andere Ausländer. Eine Bestätigung der syrischen Regierung gab es zunächst nicht. Einem Bericht der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge wurde der Austausch von der Türkei und Katar vermittelt.

Entführungen werden mehr

Die Organisation IHH wurde im Mai 2010 bekannt, als sie versuchte, mit einem Schiff die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Bei der Erstürmung ihres Schiffes durch israelische Soldaten waren neun Türken getötet worden.

Die syrischen Behörden ließen auch vier Aktivistinnen frei, die im vergangenen November in Brautkleidern gegen den Bürgerkrieg demonstriert hatten. Die "Friedensbräute" hatten am 21. November im Midhat-Pascha-Basar in Damaskus Transparente ausgerollt, auf denen sie ein Ende der Gewalt forderten. Sie jungen Frauen wurden sofort festgenommen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International startete wenige Tage später eine Kampagne, um ihre Freilassung zu erreichen.

Entführungen finden in Syrien derzeit in großer Zahl statt. Die oppositionelle Website "All4Syria" berichtet von einem aktuellen Fall im Stadtzentrum von Damaskus: Angehörige des sogenannten Volkskomitees hätten tagsüber 92 Menschen verschleppt. Es gebe Hinweise, dass die Kämpfer der regimetreuen Bürgerwehr die Geiseln benutzen wollten, um sie gegen drei Angehörige der alawitischen Minderheit auszutauschen, die zuvor von Regimegegnern verschleppt worden waren. Nach Informationen der Opposition ist zuletzt auch die Zahl der Entführungen durch Lösegelderpresser gestiegen.

Quelle: n-tv.de

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