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Seit dem vergangenen Samstag gilt die Waffenruhe: Doch immer wieder gibt es Berichte von neuen Angriffen.
Seit dem vergangenen Samstag gilt die Waffenruhe: Doch immer wieder gibt es Berichte von neuen Angriffen.(Foto: REUTERS)

Angriffe auf Zivilisten in Syrien?: Assad verstößt angeblich gegen Waffenruhe

Während in großen Teilen Syriens die Waffen schweigen, sorgen Berichte über einen Bombenanschlag auf Rebellen und Angriffe auf Zivilisten für Sorge im Weißen Haus. Offenbar gibt es Anzeichen dafür, dass Machthaber Baschar al-Assad dahinter steckt.

Die US-Regierung hat sich besorgt über einen möglichen Bruch der Waffenruhe in Syrien durch die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad geäußert. Es gebe Berichte über Panzer- und Artillerieangriffe gegen Zivilisten, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, in Washington. Bei einem Autobombenanschlag im Süden Syriens wurden nach Angaben von Aktivisten 18 Rebellen getötet. Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama fügte hinzu, die Berichte über die Angriffe würden "ernst" genommen. "Diese Art von Angriffen wären - wenn sie sich bestätigen - eine ungeheuerliche Verletzung" der Feuerpause.

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Trotzdem schien die in der Nacht zu Samstag in Kraft getretene Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen und den Rebellen weitgehend zu halten. Ausgenommen davon sind Terrorgruppen wie der Islamische Staat (IS), die Al-Nusra-Front und verbündete islamistische Milizen. Sie dürfen nach wie vor bekämpft werden. Die zunächst auf zwei Wochen angesetzte Feuerpause wurde von den USA und Assads Verbündetem Russland vermittelt.

Derweil berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, dass in dem Dorf Al-Aschi in der südlichen Provinz Kunaitra 18 Rebellen bei der Explosion einer Autobombe getötet worden seien. Unter den Toten waren demnach auch vier Führungsmitglieder der Organisation Front der Revolutionäre Syriens, eine der mächtigsten in Kunaitra neben der Al-Nusra-Front. Die Gruppe wird von westlichen und von arabischen Ländern unterstützt.

Belgien will Luftangriffe ausdehnen

UN-Diplomaten in New York berichteten über die Arbeit an einem Resolutionsentwurf für den Sicherheitsrat, der sich ausdrücklich gegen Angriffe auf Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen in Syrien, Jemen und anderen Kriegsgebieten richten soll. An dem Entwurf seien die fünf nicht-ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats Ägypten, Japan, Neuseeland, Spanien und Uruguay beteiligt, hieß es. Er könnte bereits kommende Woche vorgelegt werden.

Der belgische Außenminister Didier Reynders sprach sich dafür aus, die Luftangriffe seines Landes vom Irak auf Syrien auszuweiten. Belgien ist an der von den USA angeführten Militärkoalition gegen den IS mit sechs F-16-Kampfjets beteiligt. Dem Radiosender Bel-RTL sagte Reynders, es sei nicht möglich, die Angriffe gegen die "terroristischen Gruppen" auf den Irak zu beschränken und an der syrischen Grenze haltzumachen. Auch die Niederlande und Dänemark seien zu dieser Schlussfolgerung gekommen, sagte Reynders. Einige Abgeordnete seien sogar dafür, die Angriffe auf Libyen auszudehnen.

Quelle: n-tv.de

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