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Im ganzen Land wird gekämpft.
Im ganzen Land wird gekämpft.(Foto: REUTERS)

Medwedew sieht "tödlichen Fehler" : Assads Macht schwindet

Während die Lage der Flüchtlinge in und um Syrien immer dramatischer wird, dauert das Blutvergießen im ganzen Land an. Nun verliert Syriens Staatschef Assad zusehends auch noch die Unterstützung Russlands.

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat sich erstmals deutlich von Syriens Staatschef Baschar al-Assad distanziert. Dieser habe "einen schweren, vielleicht tödlichen Fehler" gemacht, indem er bei politischen Reformen zu lange gezögert habe, zitierten russische Nachrichtenagenturen aus einem Interview, das Medwedew beim Wirtschaftsforum in Davos dem US-Sender CNN gab. Die Kämpfe in Syrien dauerten auch am Wochenende an.

"Er hätte viel früher handeln müssen und die friedfertige Opposition, die zu Verhandlungen mit ihm bereit war, einladen müssen", sagte Medwedew. Ihm scheine es so, als schwänden die Chancen für einen Verbleib Assads an der Macht mit jedem Tag. Zugleich bekräftigte er die russische Position, wonach allein das syrische Volk über Assads Schicksal entscheiden könne. "Ich wiederhole es noch einmal: Es ist Sache des syrischen Volkes, das zu entscheiden, nicht Sache Russlands, nicht Sache der USA oder irgendeines anderen Landes."

Die UN-Vetomacht Russland ist neben dem Iran der wichtigste Verbündete der syrischen Regierung im Ausland. Russland verhinderte im UN-Sicherheitsrat bereits wiederholt eine Verurteilung des gewaltsamen Vorgehens der Führung in Damaskus gegen die Opposition. In Syrien hat sich der Aufstand gegen die Führung zu einem blutigen Bürgerkrieg entwickelt. Seit Beginn der Auseinandersetzungen im März 2011 wurden nach UNO-Angaben bereits mehr als 60.000 Menschen getötet.

Waffenlieferungen laufen weiter

Nach Angaben der Regierung in Damaskus liefert Russland trotz des Konflikts auch weiterhin Waffen nach Syrien. "Wir haben Verträge, die vor der Krise unterzeichnet wurden, und Russland erfüllt seine Verpflichtungen", sagte der syrische Vize-Ministerpräsident Kadri Dschamil am Samstag dem russischen Radiosender Moskauer Echo. Einzelheiten zu den Waffenarten nannte Dschamil nicht. Die Waffen, die "für die täglichen Aufgaben der Armee" nötig seien, könne die syrische Industrie allerdings selbst fertigen. Syrien stellt in Konzession unter anderem Kalaschnikow-Schnellfeuerwaffen her.

In Syrien wurde unterdessen weiter gekämpft. Im Süden der syrischen Hauptstadt lieferten sich Regierungstruppen und Rebellen in der Nähe eines Bahnhofs Gefechte, wie die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Betroffen waren demnach das Stadtgebiet Port Said und das Nachbarviertel Assali.

Östlich von Damaskus bombardierte die Luftwaffe den Angaben zufolge Ziele im Ort Scheeba in der agrarisch geprägten Gegend von Ghuta, im Norden war eine militärische Anlage bei Irbin und Harasta umkämpft. Außerdem nahmen Panzer und Artillerie weiter die seit Wochen umkämpfte Stadt Daraja unter Beschuss.

Quelle: n-tv.de

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