Politik
Die Spannbreite der positiven Asylbescheide liegt beispielsweise bei Afghanen im Ländervergleich zwischen 30,9 und 65 Prozent.
Die Spannbreite der positiven Asylbescheide liegt beispielsweise bei Afghanen im Ländervergleich zwischen 30,9 und 65 Prozent.(Foto: picture alliance / Daniel Karman)
Freitag, 13. Oktober 2017

Bremen hoch, Brandenburg niedrig: Asylquoten der Länder variieren stark

Die Chance, als Asylsuchender aus Afghanistan in Bremen anerkannt zu werden, ist mehr als doppelt so hoch wie in Brandenburg. Lediglich bei syrischen Flüchtlingen ist die Anerkennungsquote bundesweit vergleichbar hoch - das Bamf liefert eine Erklärung.

Die Anerkennungsquoten für Asylsuchende fallen von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich aus: So war die Schutzquote von Flüchtlingen aus dem Irak in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Bremen mit 96,4 Prozent fast doppelt so hoch wie in Berlin (50,3 Prozent). Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke hervor, über die die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

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Auch bei den Entscheidungen über die Anträge von Afghanen und Iranern zeigten sich demnach große Unterschiede. So lag die Spannbreite der positiven Asylbescheide bei Antragstellern aus Afghanistan zwischen 30,9 Prozent (Brandenburg) und 65 Prozent (Bremen). Bei Asylbewerbern aus dem Iran lag die Schutzquote zwischen 37,6 Prozent (Bayern) und 85 Prozent (Bremen). Die Schutzquoten von syrischen Asylbewerbern lagen den Angaben zufolge dagegen in allen Bundesländern über 99 Prozent.

Bamf liefert Erklärung

Jelpke sagte den Funke-Zeitungen, es gebe keine plausiblen Erklärungen für die unterschiedlichen Quoten. "Es darf aber nicht sein, dass afghanische Flüchtlinge beispielsweise in Brandenburg oder Bayern nur etwa halb so große Chancen auf einen Schutzstatus haben wie in Bremen."

Das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) liefert dagegen mehrere Erklärungen für die Diskrepanzen. Zum einen bearbeiteten nicht alle Außenstellen des Amtes gleichermaßen alle Herkunftsländer, zum anderen verberge sich hinter jedem Antrag ein individuelles Schicksal, über das zu entscheiden sei. Auch werde in der Statistik zwar die Nationalität der Antragsteller erfasst, nicht aber Merkmale wie Religion oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe. Diese könnten aber, so das Bamf, mitunter entscheidend sein für den Ausgang eines Verfahrens.

Quelle: n-tv.de

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