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Altmaier debattierte in Lüchow mit Vertretern von Bürgerinitiativen und Kirche, mit Kommunalpolitikern und Bürgern.
Altmaier debattierte in Lüchow mit Vertretern von Bürgerinitiativen und Kirche, mit Kommunalpolitikern und Bürgern.(Foto: dpa)

Altmaier zu Gast im Wendland: Atomkraftgegner sollen einlenken

Erstmals diskutiert Bundesumweltminister Altmaier im Wendland mit Atomkraftgegnern über die Endlagersuche. Anders als sein Vorgänger Röttgen erhält Altmaier zur Begrüßung sogar Beifall - dabei trifft seine Haltung zu Gorleben nicht unbedingt auf Zustimmung.

Altmaier hält den Konsens für unerlässlich.
Altmaier hält den Konsens für unerlässlich.(Foto: dpa)

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat bei seinem ersten Besuch im Wendland für eine ergebnisoffene Endlagersuche im Konsens mit allen Beteiligten geworben. Altmaier nahm in Lüchow einen Tag nach dem Sieg von Rot-Grün bei den niedersächsischen Landtagswahlen an einer öffentlichen Diskussion über Gorleben und die Endlagersuche teil. Rund 500 Menschen begrüßten den von Bürgerinitiativen eingeladenen Minister ganz anders als vor rund zwei Jahren Amtsvorgänger Norbert Röttgen (CDU) mit Beifall. Am Nachmittag hatten rund 100 Atomkraftgegner vor dem Gebäude protestiert.

In der Endlagerfrage sei für ihn ein parteiübergreifender und gesellschaftlicher Konsens unerlässlich, betonte Altmaier. "Mir kommt es darauf an, dass es Bürgerbeteiligung gibt - nicht nur am Anfang, nicht nur am Ende, sondern die ganze Zeit."

Altmaier will keine Vorfestlegung treffen

Die niedersächsischen Spitzenkandidaten Stephan Weil (SPD) und Stefan Wenzel (Grüne) hatten wie die Atomkraftgegner in der Region um Gorleben das endgültige Aus für den möglichen Standort eines Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll gefordert. "Ich glaube, dass es völlig falsch wäre, jetzt mit Vorfestlegungen zu arbeiten", sagte Altmaier in Lüchow zur Frage einer Endlagersuche ohne Gorleben. Wichtig sei eine transparente Suche, die auch alle Bundesländer und alle wesentlichen Parteien umfasse, betonte Altmaier nach ersten Gesprächen mit Atomkraftgegnern hinter verschlossenen Türen.

Im Streit um die Endlagersuche hatte Altmaier im November einen Erkundungsstopp für Gorleben bis nach der Bundestagswahl 2013 angeordnet. Die Atomkraftgegner im Wendland fordern seit Jahren das endgültige Aus für den Salzstock. "Wir glauben, dass mit dem Sieg von Rot-Grün das ganze Endlagergesetz neu verhandelt werden muss", erklärte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Wir erwarten von der neuen Landesregierung, dass sie nur einem Gesetzentwurf zustimmt, der das endgültige Aus für Gorleben besiegelt", erklärte Atomexperte Mathias Edler von der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

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Quelle: n-tv.de

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