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Umweltminister Peter Altmaier hatte schon kurz nach seiner Amtsübernahme klargestellt, dass die Rückholung des Atommülls für ihn Priorität hat.
Umweltminister Peter Altmaier hatte schon kurz nach seiner Amtsübernahme klargestellt, dass die Rückholung des Atommülls für ihn Priorität hat.(Foto: picture alliance / dpa)

"Mission Impossible" in Asse: Atommüll für immer versenkt?

Das Umweltministerium will den radioaktiven Müll aus dem Salzbergwerk in Asse zurückholen. Ein Berater zweifelt nun an den Erfolgsaussichten dieser Aktion. Er tendiert dazu, die Lagerstätten für immer zu versiegeln.

Der Vorsitzende der Entsorgungskommission (ESK) des Bundes, Michael Sailer, hat Zweifel an der Rückholbarkeit der Atommüll-Fässer aus dem Bergwerk Asse geäußert. "Die Rückholung entwickelt sich immer mehr zur 'Mission Impossible'", sagte Sailer der "Frankfurter Rundschau". Im Alles muss raus - bloß wohin? lagern rund 126.000 Atomfässer, die nach den Plänen des Bundesumweltministeriums geborgen und in ein anderes Endlager gebracht werden sollen.

Michael Sailer
Michael Sailer(Foto: dpa)

Das Bergwerk drohe einzustürzen und mit Wasser vollzulaufen, sagte Sailer. Die Wassermenge, die in die Asse gelange, könne "plötzlich rasant ansteigen". Derzeit werde das Wasser in der Asse aufgefangen, übertage gebracht und entsorgt. "Bei deutlich größeren Mengen wäre das nicht mehr durchführbar", warnte Sailer. Es bestehe dann die Gefahr, dass Radioaktivität unkontrolliert ins Grundwasser gelange.

Der ESK-Chef schlägt als Alternative vor, Barrieren vor die Asse-Kammern zu bauen, in denen Atommüll lagert. Parallel sollten möglichst viele der Hohlräume im Bergwerk mit Feststoff verfüllt werden. Der Vorteil sei, dass im Falle eines "Absaufens" der Asse jede bis dahin realisierte Maßnahme die Gefahr für das Grundwasser mindere. Beim Konzept der Rückholung hingegen "müssten schon mindestens drei Viertel des Atommülls geborgen sein, um die Grundwasser-Gefährdung deutlich zu senken". Das könne 30 bis 40 Jahre dauern.

Dagegen bekräftigte der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP): "Unser Ziel ist und bleibt es, die Abfälle da herauszuholen." Es gebe zwar rechtliche Hürden, aber "die räumen wir gerade aus dem Weg durch das Asse-Gesetz", sagte Birkner. Außerdem gebe es technische Fragestellungen. "Ob und inwieweit es gelingt, muss geklärt werden."

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte gleich nach seinem Amtsantritt im Mai ein Asse-Gesetz angekündigt. Ein erster Entwurf sieht vor, dass atomrechtliche Vorgaben für eine schnellere Bergung radioaktiver Abfälle aufgeweicht werden. So könnte ein zeitraubendes Planfeststellungsverfahren entfallen. Die Standfestigkeit des Schachtes kann nur noch für zehn Jahre garantiert werden.

Die Fässer sollen nach den Plänen des Bundesumweltministeriums in ein anderes Endlager kommen. Seit dem Frühjahr stockt die Rückholung, weil eine Passage des Werks wegen Einsturzgefahr gesperrt werden musste.

Quelle: n-tv.de

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