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Südkoreanische Soldaten patrouillieren an der demilitarisierten Zone zwischen den beiden Koreas.
Südkoreanische Soldaten patrouillieren an der demilitarisierten Zone zwischen den beiden Koreas.(Foto: AP)

Nordkorea macht Ernst: Atomtest steht wohl kurz bevor

Die Spannungen um einen neuen nordkoreanischen Atomtest nehmen zu. Ein US-Institut meldet, dass der Test kurz bevorstehe. Südkorea bereitet derweil den Start eines eigenen Satelliten vor. Japan, das am Wochenenede Spionage-Satelliten ins All geschossen hat, sucht in Sicherheitsfragen derweil die Nähe zur USA.

Ein US-Institut schließt aus neuen Satelliten-Aufnahmen auf einen möglicherweise "in einigen Wochen oder weniger" bevorstehenden Atomtest Nordkoreas. Wie die Website 38 North des U.S.-Korea Institute der Johns Hopkins University in Baltimore berichtet, geht das aus Bildern hervor, die am vergangenen Mittwoch aufgenommen wurden. Demnach zeigen Schneeräumarbeiten und Fotos von Schienen im Schnee, "dass eine Aktivität an den Gebäuden und den Straßen in der Nähe des Tunnels im Gange ist, der wahrscheinlich für die Versuche benutzt wird".

Erst im Dezember hatte der Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete heftige internationale Reaktionen ausgelöst. Das international isolierte Land hatte jedoch versichert, man habe einen Satelliten zu friedlichen Zwecken ins All bringen wollen. Die USA, Südkorea und andere Staaten vermuten dagegen einen verschleierten Waffentest.

Südkorea bereitet den Start eines Satelliten vor - zu Forschungszwecken, heißt es.
Südkorea bereitet den Start eines Satelliten vor - zu Forschungszwecken, heißt es.(Foto: REUTERS)

Nach dem nordkoreanischen Raketen-Start hatte der UN-Sicherheitsrat am vergangenen Dienstag die Sanktionen gegen das Regime ausgeweitet. Die Maßnahmen betreffen unter anderem die nordkoreanische Raumfahrtbehörde und wurden in Absprache mit der UN-Vetomacht China verhängt. Peking kündigte für den Fall eines nordkoreanischen Atomtests die Reduzierung seiner Hilfe für den Verbündeten Pjöngjang an. Nordkorea hat nach eigenen Angaben bereits 2006 und 2009 einen Atomtest vorgenommen.

Als Reaktion auf die neue UN-Resolution hatte Nordkorea am vergangenen Donnerstag den neuen Atomversuch angekündigt. Er wurde als Antwort auf den "Erzfeind" USA bezeichnet. Laut dem nordkoreanischen Staatsfernsehen bekräftigte Machthaber Kim Jong Un bei einem Treffen mit seinen wichtigsten Sicherheitsberatern die Ankündigung. Zudem wurden weitere Tests von Langstreckenraketen und neue Satellitenstarts angekündigt.

Japan festigt Bündnis mit USA

Südkorea will derweil erstmals vom eigenen Land aus einen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn befördern. Es wäre der dritte Anlauf. Die mit russischer Hilfe gebaute Trägerrakete KSLV-1 wurde auf dem Gelände des Raumfahrtzentrums Naro an der Startrampe aufgestellt, wie der südkoreanische Rundfunksender KBS berichtete. Die Rakete soll einen Forschungssatelliten ins All bringen. Vor dem Start am Mittwoch werden noch Tests durchgeführt.

Japan kündigte unterdessen an, die Zusammenarbeit mit den USA in Sicherheitsfragen stärken zu wollen. Dies werde Thema eines Treffens mit US-Präsident Barack Obama im Februar sein, sagte der neue japanische Regierungschef Shinzo Abe. Die Allianz mit den USA sei ein wesentliches Merkmal der Diplomatie des Landes. Erst am Wochenende hatte Japan vor dem Hintergrund neuer Spannungen mit Nordkorea zwei Spionage-Satelliten ins All befördert. Zudem hatte die Regierung angekündigt, das Militär personell aufzustocken. Es ist die größte Expansion seit rund 20 Jahren.

Risse in den Beziehungen zu den USA haben nach Einschätzung Abes andere Länder jüngst dazu veranlasst, sich bezüglich japanischer Gebiete provokativ zu verhalten. Abe nannte keine Länder beim Namen. Er spielte mit den Äußerungen aber indirekt auf den Inselstreit mit China an. Auch mit Südkorea ist Japan in einen Territorialstreit verstrickt. "Die Situation rund um Japan wird immer ernster", sagte Abe. Japan werde sein Bestes tun, um das Volk und sein Hoheitsgebiet zu schützen.

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Quelle: n-tv.de

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