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Polizisten sichern den Anschlagsort in Tel Aviv.
Polizisten sichern den Anschlagsort in Tel Aviv.(Foto: REUTERS)

Schüsse in Bar in Tel Aviv: Attentäter ermordet zwei Menschen

Am Neujahrstag schießt ein Unbekannter in einer Bar in Tel Aviv um sich. Zwei Menschen sterben. Die Behörden gehen von einem Terroranschlag aus.

Ein Unbekannter hat am Neujahrstag in einer Bar in Tel Aviv das Feuer eröffnet und mindestens zwei Menschen getötet. Mindestens sieben weitere Menschen seien durch die Schüsse verletzt worden, gab die israelische Polizei bekannt. Der Täter ergriff die Flucht, die Polizei leitete eine Großfahndung ein. Der Hintergrund der Bluttat in dem belebten Viertel mit vielen Cafés war zunächst unklar.

Der Bürgersteig vor der Bar und dem etwa 150 Meter weiter gelegenen Café war mit Glasscherben übersät, umgestürzte Stühle lagen auf dem Boden. Forensiker untersuchten den Anschlagsort. Hunderte Polizisten durchkämmten den Raum Tel Aviv, Gebäude in der Nähe des Tatorts wurden durchsucht. Polizeihubschrauber kreisten am Himmel.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) Drohungen gegen Israel ausgesprochen. Die Polizei betonte jedoch, es werde in alle Richtungen ermittelt. Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, die Polizei suche im Zentrum von Tel Aviv nach dem Verdächtigen. "Die Ermittlungen laufen, um herauszufinden, ob der Vorfall einen kriminellen oder terroristischen Hintergrund hat", fügte er hinzu.

Vater erkennt Sohn auf Videobildern

Auf Aufnahmen von Überwachungskameras eines nahegelegenen Lebensmittelgeschäfts war ein junger Mann mit einem Rucksack zu sehen, der zunächst so tat, als ob er einkaufen wolle. Dann ging er zum Ausgang des Ladens, stellte seinen Rucksack auf einen Rollkoffer, holte eine Waffe heraus, die wie eine Maschinenpistole aussieht, und eröffnete draußen das Feuer. Meldungen, wonach in dem Rucksack des Täters ein Koran gewesen sein soll, wollte eine Polizeisprecherin weder bestätigen noch dementieren.

Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem gesuchten Mann um einen Araber aus dem Norden Israels, der 29 Jahre alt ist. Sein Vater habe ihn auf den Bildern der Überwachungskameras erkannt und die Polizei verständigt. Diese wollte die Informationen zunächst nicht bestätigen. Laut einem Bericht auf der Website der Tageszeitung "Haaretz" hatte der Täter die Waffe seinem Vater gestohlen.

"Wir haben uns aneinandergeklammert"

Die Inhaberin eines benachbarten Friseursalons, Osnat David, sagte, sie habe Schüsse, Schreie und weinende Menschen gehört. "Meine Kunden und ich haben uns in der Vorratskammer versteckt und waren still", sagte die Friseurin am Telefon. "Wir hatten nicht mal Zeit, den Laden zu schließen. Wir haben uns auf den Boden gelegt, damit der Terrorist uns nicht sieht. Das alles dauerte 20 Minuten. Wir haben gezittert, wir haben uns aneinandergeklammert."

Zwei Minuten vor der Tat habe sie noch vor dem Salon eine Zigarette geraucht, fügte David hinzu. "Es ist ein Wunder. Wenn ich draußen geblieben wäre, wäre ich jetzt tot."

Bei der jüngsten Gewaltwelle in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten sind seit Anfang Oktober mehr als 20 Israelis und mehr als 140 Palästinenser getötet worden. Zuletzt starb in der Silvesternacht ein 38-jähriger Palästinenser, der Anfang Dezember bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten im besetzten Westjordanland verletzt worden war.

Quelle: n-tv.de

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