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Zahlreiche Menschen starben direkt durch die Explosion.
Zahlreiche Menschen starben direkt durch die Explosion.(Foto: dpa)

Blutbad beim Aschura-Fest: Attentäter tötet Dutzende Schiiten

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sprengt sich ein Attentäter in die Luft und tötet zahlreiche Schiiten. Auch in Masar-i-Scharif im Norden des Landes kommt es zu einem Blutbad. Präsident Karsai weilt währenddessen in Deutschland, wo er sich mit Kanzlerin Merkel trifft. Diese kündigt ein bilaterales Partnerschaftsabkommen an.

Bei einem Selbstmordanschlag auf schiitische Pilger in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind über 150 Menschen getötet oder verletzt worden. Mindestens 48 Menschen seien getötet worden, darunter Frauen und Kinder, sagte ein Polizeivertreter. Die Zahl der Verletzten liege bei über 100. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.     

Regelmäßig kommt es zu Anschlägen während des Aschura-Festes.
Regelmäßig kommt es zu Anschlägen während des Aschura-Festes.(Foto: dpa)
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Der Sprengsatz detonierte in der Nähe eines Schreins im Zentrum der Altstadt, wo sich Hunderte Gläubige zum Aschura-Fest versammelt hatten. Mit dem Aschura-Fest erinnern die schiitischen Muslime an den Tod des Enkels des Propheten Mohammed, Imam Hussein. Das Aschura-Fest ist eines der wichtigsten Feste der schiitischen Muslime und in ein Feiertag.         

Bei einer Explosion vor einem weiteren Schiiten-Heiligtum in Masar-i-Scharif im Norden des Landes, wo sich ein Feldlager der Bundeswehr befindet, wurden mindestens vier Menschen getötet. Wie ein Polizeisprecher sagte, wurden vier weitere Menschen verletzt, als in der Nähe des Schreins im Stadtzentrums ein an einem Fahrrad befestigter Sprengsatz explodierte. Auch im südlichen Kandahar explodierte eine Bombe, wobei drei Menschen verletzt wurden.

Karsai in Deutschland

Der afghanische Präsident Hamid Karsai ist zurzeit in Deutschland, wo er sich mit Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Christian Wulff traf. Merkel und Karsai kündigten an, dass Deutschland und Afghanistan ihre Zusammenarbeit über 2014 hinaus in einem bilateralen Partnerschaftsabkommen regeln wollen.

Für Merkel nimmt Karsai sogar sein Hütchen ab.
Für Merkel nimmt Karsai sogar sein Hütchen ab.(Foto: dpa)

Als Schwerpunkte eines solchen Abkommens nannte Merkel das Training der afghanischen Sicherheitskräfte, die Berufsausbildung in Afghanistan und die Erschließung der Rohstoffe des Landes. Zugleich sprach sie Karsai ihr Beileid für den schweren Selbstmordanschlag in Kabul aus, bei dem am Dienstag mindestens 30 Menschen getötet und 50 weitere verletzt wurden. Das Attentat zeige, dass weiter harte Arbeit für eine Befriedung des Landes zu leisten sei.

"Deutschland fühlt sich für das Schicksal Afghanistans verantwortlich", sagte Merkel. 2014 sollen die NATO-Kampftruppen das Land am Hindukusch verlassen. Deutschland habe die Verpflichtung, sagte Merkel, Afghanistan für ein weiteres Jahrzehnt zu helfen. Karsai dankte für die deutsche Unterstützung auch in der Zukunft.

Die Kanzlerin hatte auf der Hilfe nur mit Gegenleistung in Bonn von Karsai einen entschlossenen Kampf gegen Drogenhandel und Korruption gefordert und weitere Anstrengungen im politischen Versöhnungsprozess mit den Taliban angemahnt.

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Quelle: n-tv.de

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