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Viele Tote auf US-Marinebasis: Attentäter war Polizei bekannt

Nach der Schießerei mit 13 Todesopfern auf einem Stützpunkt der US-Armee in Washington gilt der Attentäter als identifiziert: Aaron Alexis war bereits mehrfach wegen illegaler Waffennutzung mit der Polizei aneinandergeraten.

Der Mann, der auf einem Armeestützpunkt in Washington 12 Menschen erschossen hat, war bei der Polizei kein Unbekannter. Das FBI bestätigte, dass es sich bei dem Täter um Aaron Alexis, einem ehemaligen privaten Auftragnehmer der US-Marine, handelt. Der 34-Jährige, der früher offenbar auch als Soldat gedient hatte, sei anhand seiner Fingerabdrücke und eines Ausweises identifiziert worden, berichteten mehrere US-Medien. Alexis wurde selbst bei dem Blutbad getötet.

Bereits im September 2010 soll Alexis wegen illegalen Waffengebrauchs festgenommen worden sein, wie der Fernsehsender NBC berichtete. Schon 2004 soll er zudem bei einem Wutanfall die Reifen eines Autos zerschossen haben und dies anschließend als "Blackout" bezeichnet haben, wie die Polizei des US-Staates Washington mitteilte. Alexis' Vater zufolge habe er Probleme damit gehabt, seine Wut unter Kontrolle zu halten. Angeblich soll er auch nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 als Helfer im Einsatz gewesen sein und anschließend eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt haben.

Suche nach Motiv

Der Mann aus Fort Worth im Bundesstaat Texas soll sich US-Medienberichten zufolge mit seinem Ausweis als Mitarbeiter eines Technikunternehmens Zugang zu dem schwer bewachten Gebäude 197 verschafft haben. Trotz der Tatsache, dass der Mann der Polizei bereits wegen illegaler Waffennutzung bekannt war, konnte er offenbar unbehelligt mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 und einer Handfeuerwaffe bewaffnet die Sicherheitsschleusen des Stützpunktes passieren. In einem Bürogebäude schoss Alexis dann offenbar wahllos auf Menschen  und lieferte sich anschließend ein Feuergefecht mit Sicherheitskräften, bis  diese ihn töteten. "Zweifellos hätte er sonst weiter geschossen",  sagte Washingtons Polizeichefin Cathy Lanier.

Anfänglich war die Polizei von bis zu zwei weiteren Tätern ausgegangen. Inzwischen gab die US-Bundespolizei FBI bekannt, dass es sich bei Alexis um einen Einzeltäter gehandelt habe. Alexis hatte im Kommando- und Verwaltungszentrum der US-Marine im Südosten der Hauptstadt das Feuer eröffnet. Das bei dem Angriff genutzte Sturmgewehr soll Alexis legal erworben haben. Die Polizei teilte später mit, den Schützen getötet zu haben. Nun sucht das FBI Zeugen, die Alexis kennen.

Nachdem es mittlerweile als gesichert gilt, dass es bei Alexis keinen terroristischen Hintergrund gibt, beginnt die Polizei mit der Suche nach dem Motiv des Todesschützen. Nachdem er von 2007 bis 2011 in der Marine gedient hatte, war er danach als externer IT-Mitarbeiter für das Militär tätig. Auch während seiner Dienstzeit soll er bereits durch Fehlverhalten aufgefallen sein, welches letztendlich zu seiner Entlassung geführt habe. Alexis soll zudem längere Zeit in einem Thai-Restaurant in seiner texanischen Heimatstadt gearbeitet haben. Dortige Mitarbeiter beschreiben ihn als einen freundlichen und hilfsbereiten Menschen, der sogar fließend Thai zu sprechen gelernt haben soll. Einige Male habe er sich offenbar über ausstehende Pensionsansprüche aus seiner Armeezeit beschwert.

US-Hauptstadt durch Blutbad lahmgelegt

Sofort wurde nach Beginn der Schießerei wurde Großalarm ausgelöst, Hubschrauber retteten Menschen vom Dach eines Hauses. In dem Kommandokomplex arbeiten rund 3000 Personen, das ganze Areal beherbergt 10.000 Arbeitsplätze. Es liegt nur eineinhalb Kilometer vom berühmten Kapitol und dem Kongress entfernt.

Am  Kapitol galten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, der Senat vertagte  sich auf Dienstag. Mehrere Schulen wurden geschlossen, während die  Flugzeuge am Inlandsflughafen Reagan National Airport vorübergehend  am Boden bleiben mussten. Ein Baseball-Spiel des Profiteams Washington Nationals am Montagabend in einem neben dem Stützpunkt  gelegenen Stadion wurde abgesagt.

Der Navy Yard ist eine mehr als zwei Jahrhunderte alte Küstenanlage der Marine am Anacostia River. Sie diente einst als Waffenfabrik und Werft. Heute beherbergt das Gelände verschiedene Kommando- und Verwaltungsstellen, darunter das Büro des Admiralstabschef der Navy und ein Militärgericht.

Obama verurteilt "feigen Akt"

US-Präsident Barack Obama sagte eine umfassende Untersuchung der tödlichen Schießerei zu. "Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um sicherzustellen, dass die Verantwortlichen für diesen feigen Akt zur Rechenschaft gezogen werden", sagte. Die USA seien erneut mit einer "Massenschießerei" konfrontiert worden. Obama ordnete an, die Flaggen in der Hauptstadt  bis Freitag auf Halbmast zu setzen.

Erst Ende August war der Militärpsychologe Nidal Hasan zum Tode verurteilt worden, weil er vor vier Jahren in einer Kaserne Amok gelaufen war. Auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood hatte er 13 Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de

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