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Die Gesprächsverweigerung ist für Hannelore Kraft eine "persönliche Entscheidung".
Die Gesprächsverweigerung ist für Hannelore Kraft eine "persönliche Entscheidung".(Foto: picture alliance / dpa)

Beistand für Parteifreundin Dreyer: Auch Kraft will nicht mit AfD reden

Wie umgehen mit der AfD? Diese Frage zündet derzeit eine heftige Debatte. Die Ministerpräsidenten Dreyer und Kretschmann verweigern sich einer Diskussion mit den Rechtspopulisten - und bekommen nun Unterstützung.

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft will sich gemeinsamen Fernsehauftritten mit Vertretern der AfD verweigern. Im Deutschlandfunk bezeichnete die SPD-Politikerin die Boykottdrohung ihrer Parteifreundin Malu Dreyer als persönliche Entscheidung, die sie nicht kommentieren wolle. Aber: "Ich habe für mich auch entschieden: Ich gehe nicht in Fernsehsendungen mit Vertretern der AfD."

Die Boykottdrohung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Dreyer hatte eine heftige Debatte ausgelöst. Weil sie nicht an Talkshows mit der AfD teilnehmen will, hatte der Südwestrundfunk (SWR) nur die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien zur "Elefantenrunde" drei Tage vor der Landtagswahl am 13. März eingeladen. Daraufhin sagte CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner ab - die Runde steht damit vor dem Aus.

In der anhaltenden Flüchtlingsdebatte legt die AfD einer Umfrage zufolge in der Wählergunst zu. Erstmals erreicht die Partei im Sonntagstrend, den Emnid wöchentlich für "Bild am Sonntag" erhebt, zehn Prozent (plus ein Prozentpunkt). CDU/CSU verlieren dagegen zwei Prozentpunkte und kommen auf 36 Prozent. Die Grünen erreichen neun Prozent (minus ein Prozentpunkt). Einen Zähler gewinnen kann die SPD, sie kommt auf 25 Prozent. Die Linke liegt unverändert bei neun Prozent, die FDP bei fünf Prozent. Die Sonstigen kommen auf sechs Prozent (plus ein Prozentpunkt).

Zuspruch findet die AfD fast ausschließlich bei Männern. Während nur zwei Prozent der wahlberechtigten Frauen derzeit AfD wählen würden, sind es bei den männlichen Bundesbürgern 17 Prozent. Umgekehrt ist das Geschlechterverhältnis bei den Regierungsparteien. 40 Prozent der Wählerinnen würden ihr Kreuz bei CDU/CSU machen (Männer 32 Prozent), 30 Prozent bei der SPD (Männer 20 Prozent). Trotz der aktuell guten Umfragen glaubt eine deutliche Mehrheit der Deutschen (68 Prozent), dass die AfD nur eine vorübergehende Erscheinung ist. Lediglich 20 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Partei ein fester Bestandteil der deutschen Parteienlandschaft wird.

Quelle: n-tv.de

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