Dienstag, 26. Mai 2009
"Leerstellen" mit Stolpe und Tiefensee: Aufbau Ost zurück zu Merkel
Die Kanzlerin hält den Ostbeauftragten Tiefensee offenbar für inkompetent. Darum sollen 20 Jahre nach dem Fall der Mauer die Fördermaßnahmen für die ostdeutschen Bundesländer wieder zur Chefsache werden.
Die Kanzlerin ist mit ihrem "Ost-Beauftragten" Tiefensee offenbar unzufrieden.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will einem Zeitungsbericht zufolge im Falle eines Wahlsiegs den Aufbau Ost wieder im Kanzleramt ansiedeln. Darauf hätten sich Bundes- und Landespolitiker der Union bei der Erstellung des Wahlprogramms verständigt, berichtet die "Leipziger Volkszeitung". Unionspolitiker hätten zuvor ihre Unzufriedenheit über die Arbeit von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) geäußert, in dessen Ressort derzeit die Förderung der ostdeutschen Bundesländer angesiedelt ist.
Aufbau Ost soll wieder Chefsache werden
Der Aufbau Ost solle wieder Chefsache werden, hieß es. "Die CDU wird sich daher für eine Verlagerung der Koordinierung der Anliegen der neuen Länder ins Kanzleramt einsetzen und auf diesem Weg eine stringentere und effizientere Bündelung der Fachpolitiken im Interesse der neuen Länder sicherstellen", heißt es in einer CDU-Entwurfsfassung, die der Zeitung vorlag.
In dem 12-Punkte-Papier für den Osten legt die Union vor allem Wert auf eine weitere Stärkung des wirtschaftlichen Aufholprozesses und die Fortsetzung von Fördermaßnahmen.
"Ein besonderes Kapitel"
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sagte der Zeitung: "In den neuen Ländern gibt es noch eine Reihe von strukturellen Benachteiligungen." Das rechtfertige "ein besonderes Kapitel" im Rahmen des Unions-Wahlprogramms.
Zur beabsichtigten Rückverlagerung der Aufbau-Ost-Zuständigkeit ins Kanzleramt erklärte Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer: "Nach zwei Leerstellen mit Manfred Stolpe und Wolfgang Tiefensee wird es wieder Zeit, dass sich das Kanzleramt der Sache mit voller Kraft annimmt, zumal mit der ostdeutschen Kanzlerin Angela Merkel dafür eine wirkliche Fachfrau bereit steht."
Angela Kasner (2. Reihe, Mitte, leicht verdeckt) mit ihren Schulfreunden aus der 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule Templin (Brandenburg). Das junge Mädchen von 1971 heißt heute Angela Merkel und ist Bundeskanzlerin.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck
-
Eintrag in Flensburg
Ramsauer verschärft Punkte
-
Unregelmäßigkeiten in Ägypten
Sabahi will die Wahl anfechten