Politik

Erfolg für Ausländer in Deutschland: Ausbildung wird anerkannt

Berufs- und Studienabschlüsse von Ausländern sollen in Deutschland leichter anerkannt werden. Das stellt Bildungsministerin Schavan in Aussicht. Ab dem kommenden Jahr werde dies per Gesetzt ermöglicht. Derzeit fehlen in Deutschland allein 120.000 studierte Techniker.

Techniker beim Windenergieanlagen-Hersteller REpower Systems AG im Werk Bremerhaven.
Techniker beim Windenergieanlagen-Hersteller REpower Systems AG im Werk Bremerhaven.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland fehlen im Aufschwung die Techniker. Es gibt derzeit rund 117.000 zu wenig studierte Fachkräfte wie Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker (MINT). Das geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor. "Die gestiegene Nachfrage nach MINT-Kräften hat den Arbeitsmarkt leer gefegt", sagte IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös. Allein im Februar sei die Lücke um 21.000 Personen größer geworden und damit binnen Monatsfrist so groß geworden wie seit dem Jahr 2000 nicht. Arbeitgeber und Industrie riefen Politik und Hochschulen auf, beim Fachkräftemangel gemeinsam gegenzusteuern.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan berichtete, sie wolle Ausländern in Deutschland die Anerkennung ihrer Berufs- und Studienabschlüsse erleichtern. Ein entsprechender Gesetzentwurf solle bereits am Mittwoch das Bundeskabinett passieren, kündigte die CDU-Politikerin in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an. Die Regierung sieht dies auch als Maßnahme gegen Fachkräftemangel. Nach Schätzungen des Bildungsministeriums leben in Deutschland fast 300.000 Ausländer vor allem aus Nicht-EU-Ländern, die unter ihrer Qualifikation arbeiten, weil ihre Berufsabschlüsse nicht anerkannt werden. "Es ist nicht gerecht, wenn ein iranischer Arzt in Deutschland Taxi fährt", sagte Schavan.

Inkrafttreten wird das Gesetz womöglich erst im nächsten Jahr, selbst wenn es früher von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wird.

Überprüfung dauert höchstens drei Monate

Abschluss der Osterweiterung: Ab 1. Mai herrscht Freizügigkeit.
Abschluss der Osterweiterung: Ab 1. Mai herrscht Freizügigkeit.(Foto: picture alliance / dpa)

Ausländer erhalten nun einen Rechtsanspruch auf Prüfung ihrer Qualifikation. Innerhalb von drei Monaten ab Vorliegen aller zur Entscheidung erforderlichen Unterlagen sollen sie Klarheit bekommen. In dem Bescheid soll ihnen auch mitgeteilt werden, welche Weiterbildung notwendig wäre, damit ihr Abschluss als gleichwertig anerkannt werde. Darunter fallen zunächst rund 350 Ausbildungsberufe, für die der Bund zuständig ist. Die Länder haben bereits in Aussicht gestellt, dass sie neue Regeln auch für Berufe unter ihrer Zuständigkeit - wie etwa Lehrer und Ingenieure - auf den Weg bringen wollen.

Approbation auch für Nicht-Deutsche

Weitgehend abschaffen will Schavan die Koppelung des Berufszugangs in manchen Bereichen an die deutsche Staatsangehörigkeit. Ärzte etwa erhalten bislang eine Approbation nur, wenn sie Deutsche sind - selbst wenn sie als Ausländer ihr Studium in Deutschland absolviert haben. Künftig soll beispielsweise auch ein türkischer Arzt bei Vorliegen der fachlichen Voraussetzungen die Zulassung als Arzt erhalten.

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Quelle: n-tv.de

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