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Am Rande der Proteste kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Demonstranten.
Am Rande der Proteste kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Demonstranten.(Foto: REUTERS)

Generalstreik lähmt Griechenland: Ausschreitungen in Athen

Der elfte landesweite Streik in Griechenland gegen das Sparpaket der Regierung legt das öffentliche Leben im Land lahm. Flüge und Züge fallen aus, auch Nachrichten gibt es keine. Tausende demonstrieren in Athen, dabei kommt es zu Krawallen und Angriffen auf Polizisten.

Bei landesweiten Streiks gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung ist es zu Ausschreitungen gekommen. Autonome griffen am Rande einer zunächst friedlich verlaufenden Demonstration in der Hauptstadt mit Brandflaschen und Steinen die Polizei an. Die Polizei setzte Tränengas, Blendgranaten und Schlagstöcke ein. Tausende Griechen sind auf dem Weg zum Parlament. Überall im Land gibt es Proteste, das öffentliche Leben ist weigehend lahmgelegt. Ämter, Geschäfte und Schulen blieben geschlossen. Krankenhäuser arbeiteten für 24 Stunden nur mit Notbesetzung.

"Wir sterben": Demonstranten vor dem griechischen Parlament in Athen.
"Wir sterben": Demonstranten vor dem griechischen Parlament in Athen.(Foto: REUTERS)

Am Mittag legten auch die Fluglotsen für vier Stunden die Arbeit nieder. Dutzende Flüge fallen aus - die Fluglinien Olympic Airways und Aegean strichen 35 beziehungsweise 13 Inlandsverbindungen. Zudem werden alle Behörden und Ministerien bestreikt. Auch Lehrer und Journalisten treten in den Ausstand, so dass es im Radio und Fernsehen keine Nachrichten gibt.

Im Zentrum Athens versammelten sich mehrere Tausend Menschen, wie Augenzeugen und griechische Internetseiten berichteten. Sie trugen Transparente mit dem Spruch "Es reicht - Den Preis der Krise soll das Großkapital zahlen" und "Hände weg von unseren Renten und Gehältern".

Merkel stellt Hilfe in Aussicht

Es ist der elfte landesweite Streik seit Einführung der ersten Sparmaßnahmen vor 13 Monaten. Viele Arbeitnehmer haben in den vergangenen Monaten bis zu 20 Prozent ihres Einkommens verloren. Griechenland hat mehr als 340 Milliarden Euro Schulden und konnte bislang nur mit Hilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Bankrott gerettet werden. Bislang hat Griechenland 38 Milliarden Euro aus dem 110-Milliarden-Euro-Rettungspaket von EU und IWF erhalten. Im März soll die vierte Rate über weitere 15 Milliarden Euro ausgezahlt werden.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte am Dienstagabend in Berlin dafür geworben, der Reformfähigkeit seines Landes zu vertrauen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dem hoch verschuldeten Land Entlastungen in Aussicht gestellt. In der Debatte über das angestrebte Gesamtpaket zur Euro-Stabilisierung werde diskutiert, die Laufzeit für die internationalen Hilfen an Griechenland über die Drei-Jahres-Frist hinaus zu verlängern.

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Quelle: n-tv.de

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