Politik

"You will not make Australia home": Australien schockt Flüchtlinge

Flüchtlinge sind in Australien nicht willkommen. Mit einer Schock-Kampagne unterstreicht die Regierung in Canberra, wie dringend sie illegale Einwanderungen verhindern will. Die Botschaft ist eindeutig: "Niemals wird Australien zu eurer Heimat."

Willkommen sind sie nicht. Dennoch stranden jährlich Tausende Bootsflüchtlinge an Australiens Küsten. Alle Abschreckungsmaßnahmen, mit denen das Land die Flüchtlinge fernzuhalten versuchten, waren erfolglos.

Mit dem Versprechen, den Zustrom von Flüchtlingen - die sogenannten "boat people" - zu stoppen, zog die Partei des konservativen australischen Premierministers Tony Abbott im vergangenen Jahr in den Wahlkampf und löste die Koalition aus Sozialdemokraten und Grünen ab. Mit der aktuellen Kampagne will die Regierung in Canberra nun offenbar das Wahlversprechen einlösen. Mit Flyern und You-Tube-Videos propagieren sie die "härtesten Grenzschutzmaßnahmen", die das Land jemals hatte.

"Menschenschmuggler lügen"

Auf den Flyern sieht man ein kleines Schiff in schwerer See, der Himmel darüber ist bedrohlich grau. Darüber steht in großen Lettern: "No Way – you will not make Australia Home". Die Botschaft ist eindeutig. "Niemals wird Australien zu eurer Heimat." Jeder ohne gültiges Visum werde radikal abgelehnt – auch Kinder, Familien, Gebildete und Fachkräfte. "Denkt zweimal nach, bevor ihr euer Geld verschwendet. Menschenschmuggler lügen", stellt die Regierung klar. Um auf Nummer sicher zu gehen, wurde der Flyer in den vergangenen Tagen in 17 verschiedenen Sprachen verbreitet. Von Albanisch über Arabisch, Farsi, Nepali, Pashtu, Somali bis Vietnamesisch.

Die konservative Regierung unter Abbott hat die Asylgesetze in den vergangenen Monaten immer weiter verschärft. Seit Anfang des Jahres fängt Australien entsprechende Schiffe auf dem Meer ab und zwingt sie zur Umkehr.

Meist sind es Menschen aus Afghanistan, Sri Lanka, Irak und Iran, die in Australien Asyl suchen. Sie versuchen von Indonesien auf die zu Australien gehörende Weihnachtsinsel überzusetzen. Aufgegriffene Flüchtlinge werden in Lagern in Papua-Neuguinea oder auf Nauru untergebracht. Doch selbst wer Glück hat und seinen Asylantrag bewilligt bekommt, wird das Land seiner Träume niemals sehen: Australien nimmt auch diese Menschen nicht auf. Sie müssen in Papua-Neuguinea oder Nauru bleiben.

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Quelle: n-tv.de

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