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Regierungschef Malcolm Turnbull stellt das Projekt Weißbuch vor.
Regierungschef Malcolm Turnbull stellt das Projekt Weißbuch vor.(Foto: dpa)

Machtkampf im Pazifik: Australien will massiv aufrüsten

Australien sieht sich zunehmend bedroht: durch Klimawandel, Cyberangriffe, Pandemien und Terrorismus. Sorge bereiten aber vor allem die Konflikte im Südchinesischen Meer. Jetzt will das Land viele Milliarden Dollar in die Rüstung stecken.

Angesichts von Terrorbedrohung und wachsenden Spannungen im Südchinesischen Meer will Australien massiv aufrüsten. Die Regierung legte ein Weißbuch vor, das über die nächsten 20 Jahre Ausgaben in Höhe von 195 Milliarden Australischen Dollar (126 Milliarden Euro) vorsieht. Unter anderem sollen zwölf neue U-Boote angeschafft werden, um deren Bau sich auch die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems beworben hat. Zudem würden neue Fregatten und Raketen gebraucht, um das Militär umfassend zu modernisieren.

"Dieses Weißbuch ist ein Plan, um schlagkräftigere, agilere und einsatzbereitere Verteidigungskräfte zu schaffen, die zur Stelle sein können, wenn unsere Interessen bedroht sind oder unsere Hilfe benötigt wird", sagte Regierungschef Malcolm Turnbull.

Australien sei anfällig für Bedrohungen durch Konflikte, Klimawandel, Cyberangriffe, Pandemien und Terrorismus. Erst vor wenigen Tagen verlagerte China im Streit um die Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer ein neues Luftabwehrsystem dorthin, das für Abschreckung sorgen soll. Die Paracel-Inselgruppe wird gleichermaßen von Vietnam und Taiwan beansprucht. Ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs wird dort abgewickelt. In der Region werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. China beansprucht jedoch 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratmeter großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen, aber nur etwa 220 Kilometer von der philippinischen Küste entfernt liegen.

Vietnam hatte in der Vergangenheit mehrfach gegen chinesische Ölbohrungen vor seiner Küste protestiert. Die Philippinen protestieren gegen chinesische Landaufschüttungen sowie den Bau von Leuchttürmen und einer Landebahn auf einigen der Riffe. Zuletzt hatten sich auch die USA verstärkt in den Konflikt eingeschaltet. Erst im Januar war ein US-Kriegsschiff in die von China beanspruchten Gewässer um die Paracel-Inseln eingedrungen.

Quelle: n-tv.de

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