Zurückgehend auf das 16. Jahrhundert gilt der Walfang in Japan als Tradition.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Freitag, 28. Mai 2010
Japan jagt weiter Wale: Australien zieht vor Gerichtshof
Seit Jahren umgeht Japan das internationale Walfang-Moratorium und jagt die bedrohten Tiere angeblich aus "wissenschaftlichen Gründen". Nun will Australien nach Den Haag ziehen.Weil Japan immer noch Walfang betreibt, macht die australische Regierung mit ihrer Drohung nun ernst und schaltet Anfang nächster Woche den Internationalen Gerichtshof in Den Haag ein. "Wir wollen, dass Wale nicht mehr in Namen der Forschung getötet werden", sagte Umweltminister Peter Garrett. Nach den Worten von Außenminister Stephen Smith war es nicht möglich, trotz Gesprächen mit der Internationalen Walfangkommission (IWC) eine diplomatische Lösung zu finden.
Der japanische Fischerei-Minister Hirotaka Akamatsu nannte die Ankündigung der australischen Regierung "sehr enttäuschend". Der Walfang zu Forschungszwecken sei nach internationalen Regeln erlaubt, betonte Akamatsu.
Tokio nutzt Ausnahmeregelung
Trotz eines seit 1986 bestehenden Moratoriums des IWC jagt Japan bis heute Wale. Tokio nutzt dabei eine Ausnahmeklausel, die den Walfang aus "wissenschaftlichen Gründen" erlaubt. Das Fleisch der Tiere landet jedoch ausgewiesenermaßen immer wieder in Feinschmecker-Restaurants des asiatischen Landes. Auch Norwegen und Island jagen Wale, beide Länder pochen dabei auf ihre Tradition.
Die Walfangkommission hatte im vergangenen Monat einen neuen Kompromissvorschlag zur Jagd auf die Meeressäuger präsentiert. Danach sollen Japan, Island und Norwegen weiter Wale jagen dürfen, die Zahl der getöteten Tiere jedoch in den nächsten zehn Jahren deutlich reduzieren.
dpa
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