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Auch innerhalb der CDU erntete Erika Steinbach für ihren Tweet viel Kritik.
Auch innerhalb der CDU erntete Erika Steinbach für ihren Tweet viel Kritik.(Foto: picture alliance / dpa)

Bild zeigt indisches Kinderheim: Australier machte Steinbachs Twitter-Foto

NDR-Recherchen machen die Fotografen des Fotos ausfindig, mit dem Erika Steinbach auf Twitter jüngst die aktuelle Flüchtlingskrise kommentiert hatte. Das Bild stammt aus einem indischen Kinderheim - die Urheber sind über die Verbreitung entsetzt.

Das von der CDU-Politikerin Erika Steinbach für einen umstrittenen Twitter-Kommentar zur Flüchtlingskrise benutzte Foto stammt aus einem indischen Kinderheim. Es wurde nach NDR-Recherchen von einer australischen Familie vor allem zu einem guten Zweck aufgenommen. Die Fotografen seien bestürzt, weil Steinbach das mit "Deutschland 2030" überschriebene "Inder"-Bild über Twitter verbreitet habe.

Es zeigt ein von einer Gruppe dunkelhäutiger Menschen neugierig betrachtetes weißes Kind mit dem Untertitel: "Woher kommst du denn?" Die Bundestagsabgeordnete Steinbach hatte das Foto nach eigenen Angaben per Mail erhalten. "Dass ein so schönes, vorurteilsfreies Aufeinandertreffen von Kindern in solcher Weise verdreht wird, zeigt, wie arm Rassismus ist", kritisierte der nicht namentlich genannte Vater des fotografierten Jungen nach Angaben des NDR.

Das Foto sei "in einem sehr schönen Moment voller Liebe und Freude" entstanden. Auch eine Vertreterin des Kinderheims zeigte sich verärgert: "Ich erkenne unsere Kinder auf dem Foto wieder. Wir sind sehr bestürzt." Nach eigenen Angaben hatte die Familie ihren damals 18 Monate alten Sohn 2011 bei einem Besuch des Kinderheims fotografiert.

"Wir sind sehr traurig, dass das Bild für solche Propaganda verwendet wird. Wir hatten genau das Gegenteil im Sinn", zitiert "Zapp" die Mutter des Jungen. Die Familie habe während eines Indien-Urlaubs Spenden in dem Heim übergeben. Steinbachs Tweet hatte Ende Februar für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Auch die CDU-Spitze um Kanzlerin Angela Merkel hatte sich davon distanziert.

Quelle: n-tv.de

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