Politik
Samstag, 24. Juli 2010

Guter Draht nach Libyen: BP bohrt im Mittelmeer

Schon bald sollen die Bohrungen des britischen Ölkonzerns vor der libyschen Küste beginnen. Ob das etwas mit der Freilassung des Lockerbie-Attentäters Megrahi aus schottischer Haft zu tun hat, prüft derzeit der US-Senat.

Das Image von BP ist schwer angeschlagen.
Das Image von BP ist schwer angeschlagen.(Foto: dpa)

Der britische Energiekonzern wird in wenigen Wochen mit einer Ölbohrung vor der libyschen Küste beginnen. Die Tiefseebohrung erfolge im Golf von Sirte, berichtet die "Financial Times". BP hatte die Rechte zur Erschließung des riesigen Öl- und Gasfeldes demnach 2007 erworben. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, die Geschäfte des britischen Energiekonzerns mit Libyen könnten bei der vorzeitigen Freilassung des libyschen Lockerbie-Attentäters Abdelbasset Ali Mohammed el Megrahi aus schottischer Haft eine Rolle gespielt haben.

Um die Vorwürfe gegen BP zu prüfen, soll am Donnerstag kommender Woche eine Anhörung vor dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des US-Senats stattfinden. Unter anderem soll BP-Chef Tony Hayward befragt werden, der sich auch wegen des Umgangs des BP-Konzerns mit der Ölpest im Golf von Mexiko massiver Kritik ausgesetzt sieht.

Die schottische Regierung hatte den schwer krebskranken Megrahi, der als einziger Attentäter des Anschlags auf ein US-Linienflugzeug über der schottischen Kleinstadt Lockerbie im Jahr 1988 verurteilt worden war, vor elf Monaten aus humanitären Gründen begnadigt. Bei dem Anschlag waren 270 Menschen getötet worden, die meisten stammten aus den USA. Megrahis Freilassung löste vor allem dort Empörung aus.

Der britische Premierminister David Cameron wies Spekulationen über einen Zusammenhang zwischen Megrahis Freilassung und Geschäften des BP-Konzerns zurück. Das Unternehmen argumentiert, es habe sich bei der Regierung in London für eine Beschleunigung eines Abkommens über einen Gefangenenaustausch mit Libyen eingesetzt. Dabei sei es aber niemals spezifisch um den Fall Megrahi gegangen.

Quelle: n-tv.de

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