Politik

Keine schlechten Aussichten: Bachelor verdienen gut

Die Berufsaussichten für Bachelor-Studenten sind offenbar "gut bis sehr gut". Dies meint zumindest Bildungsministerin Schavan. Auch der Präsident des Stifterverbandes, Oetker, glaubt, dass ihnen der Einstieg in den Arbeitsmarkt problemlos gelingt. Nur die meisten Studenten scheinen diese Ansicht nicht ganz zu teilen.

Trotz der guten Aussichten wollen viele Bachelor-Studenten noch einen Master machen.
Trotz der guten Aussichten wollen viele Bachelor-Studenten noch einen Master machen.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Die unter Studenten verbreitete Skepsis zu den Arbeitsmarktchancen eines Bachelor-Abschlusses ist aus Sicht von Bundesbildungsministerin Annette Schavan unbegründet. Die Jobaussichten der Absolventen eines auf drei Jahre verkürzten Studienganges seien "gut bis sehr gut", sagte die CDU-Politikerin. Die Mehrheit der Berufseinsteiger mit Bachelor-Abschluss äußere sich zufrieden mit Anfangsgehalt und Karriereaussichten. Den direkten Berufseinstieg sucht aber nur der geringste Teil. Der Großteil der Bachelor-Absolventen strebt noch den Master-Abschluss an.

Dies zeigen Befragungen von Studenten, Absolventen und Unternehmen, die Schavan mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, dem Institut der deutschen Wirtschaft und dem HIS-Institut für Hochschulforschung vorstellte. Demnach sind sich 55 Prozent der Bachelor-Studierenden bereits sicher, dass sie anschließend ein Master-Studium absolvieren wollen, weitere 27 Prozent halten sich das offen. Ein wichtiger Grund dafür sei, "dass man den Chancen eines Bachelors auf dem Arbeitsmarkt noch nicht ganz traut", sagte Christoph Heine vom HIS-Institut.

Den Berufseinstieg mit Bachelor-Abschluss suchen weniger als die Hälfte der Absolventen von Fachhochschulen (44 Prozent) und gut ein Fünftel der Universitäts-Abgänger (21 Prozent), wie die Befragung für den Abschlussjahrgang 2009 ergab. Ihnen gelinge der Übergang in den Arbeitsmarkt reibungslos. "Eine Angst, dass man keinen Arbeitsplatz findet, ist völlig unbegründet", sagte der Präsident des Stifterverbandes, Arend Oetker.

Gleiches Einstiegsgehalt für Bachelor-Absolventen

In zwei Dritteln der Unternehmen erhalten demnach Bachelor-Absolventen das gleiche Einstiegsgehalt wie Absolventen alter Abschlüsse etwa mit Diplom. Das höchste Einstiegsgehalt erzielten Bachelor-Ingenieure der Fachhochschulen mit knapp 38.000 Euro, das geringste Universitäts-Absolventen der Sprach- und Kulturwissenschaften mit knapp 25.000 Euro.

Aus der Stifterverbandstudie geht aber auch hervor, dass die große Mehrheit der Personalverantwortlichen in Unternehmen, die Akademiker beschäftigen, generell Nachbesserungsbedarf bei den Bachelor-Studiengängen sieht. Am häufigsten wünschten sich diese Unternehmen einen höheren Praxisbezug der Lehrinhalte (76 Prozent) sowie eine bessere Vermittlung sozialer und kommunikativer Kompetenzen.

In Deutschland sind laut Hochschul-Informations-System über 80 Prozent der Studiengänge auf die neuen Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt. Rund drei Viertel der Studienanfänger schrieben sich in einen Bachelor-Studiengang ein. Die Umstellung ist Ergebnis des sogenannten Bologna-Prozesses, der auch zu europaweit einheitlichen Hochschulabschlüssen führen soll.

Quelle: n-tv.de

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