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Pegida-Chef Lutz Bachmann hat sich erneut einen Fehltritt geleistet.
Pegida-Chef Lutz Bachmann hat sich erneut einen Fehltritt geleistet.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Münchner Terroralarm : Bachmann verhöhnt die "Welcome-Klatscher"

Pegida-Chef Lutz Bachmann nutzt den Terroralarm in München für die eigenen Zwecke: Er wünscht all jene zum "Anschlagsziel", die den ankommenden Flüchtlingen dort im Sommer ein freundliches Willkommen beschert haben - und kassiert dafür einen Shitstorm.

Pegida-Chef Lutz Bachmann hat sich am Silvesterabend mit einer provokanten Äußerung auf Twitter erneut ins Schussfeld seiner Kritiker gebracht. Nachdem es einen Terroralarm in München gab, schrieb Bachmann an "alle Welcome-Klatscher", diese hätten "sich umgehend am Hauptbahnhof München einzufinden!" Letzteren hatte die Polizei abgesperrt, da er von Geheimdienstquellen als eines von mehreren konkreten Anschlagszielen islamistischer Terroristen genannt worden war.

Im Netz stieß Bachmann damit auf reichlich Empörung. "Sie wünschen Ihren Mitbürgern also den Tod?", fragte ein entsetzter User. "Und wie genau sind sie damit nun besser als die Isis-Terroristen?" Ein anderer kürte die Äußerung zum "dümmsten Tweet des Jahres 2015". Bachmann selbst gab sich kurz vor Mitternacht ungerührt. "Ich verstehe die Aufregung nicht", schrieb er. "Ihr Klatschpappen wolltet die RefugISIS in Europa! Warum macht Ihr jetzt ins Hemd und seid nicht am Münchner Hauptbahnhof?"

Im Spätsommer 2015 hatten zahlreiche Menschen die ankommenden Flüchtlinge am Hauptbahnhof der bayerischen Metropole mit Klatschen und Beifall empfangen. Doch diese offen gezeigte "Empfangskultur" war auch kritisiert worden - etwa von dem linken Liedermacher Hans Söllner, der via Facebook warnte, man müsse vorsichtig sein "mit diesen Aktionen. Es sieht von weitem so aus als wäre alles nur ein Spaß. Man klatscht nicht, wenn Flüchtlinge irgendwo ankommen."

Amazon spendet für Flüchtlinge

Bachmann hatte erst vor wenigen Wochen die Dresdner Staatsanwaltschaft beschäftigt, weil er Bundesjustizminister Heiko Maas in einem Atemzug mit Nazi-Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels genannt und als "eiskalten Hetzer" bezeichnet hatte. Daraufhin war wegen des Verdachts der Beleidigung gegen Bachmann ermittelt worden. Maas stellte jedoch keine Strafanzeige gegen den Pediga-Chef.

Derweil hat der Online-Händler Amazon angekündigt, seine Einnahmen aus dem Verkauf der sogenannten Pegida-Hymne für die Flüchtlingshilfe spenden. "Die Erlöse von Amazon aus dem Verkauf dieses Songs gehen an eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung von Flüchtlingen", heißt es auf der Webseite des Verkaufportals neben dem Lied. Das fünf Minuten lange Stück "Gemeinsam sind wir stark!" hatte in den sozialen Netzwerken eine kontroverse Diskussion ausgelöst.

Quelle: n-tv.de

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