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Lutz Bachmann plant die Pegida-Partei - und will sich mit der AfD zusammentun.
Lutz Bachmann plant die Pegida-Partei - und will sich mit der AfD zusammentun.(Foto: dpa)

Auf Augenhöhe mit der AfD: Bachmann wirbt für die Pegida-Partei

Pegida-Chef Lutz Bachmann meldet sich nach wochenlanger Pause in Dresden zurück - und träumt bereits laut vom Schulterschluss mit der rechtspopulistischen AfD. Seine Vision: Eine gemeinsame Liste bei Wahlen, ganz nach dem Vorbild von Bündnis90/Die Grünen.

Erstmals nach Wochen hat Pegida-Frontmann Lutz Bachmann am Abend wieder auf der Rednerbühne gestanden und bei einer Dresdner Kundgebung der fremdenfeindlichen Bewegung gesprochen. Nach Angaben der Studentengruppe "Durchgezählt" protestierten bis zu 3500 Pegida-Anhänger auf dem Neumarkt. Seine Pause begründete Bachmann knapp mit der Erklärung, es sei ihm "nicht so gut" gegangen. Umso mehr Tatendrang scheint er aber nun wieder zu empfinden - und das gleich in doppelter Hinsicht.

"Die neue Kanzlerin": Pegida-Anhänger sehen Tatjana Festerling auf diesem Posten.
"Die neue Kanzlerin": Pegida-Anhänger sehen Tatjana Festerling auf diesem Posten.(Foto: dpa)

Nachdem er bereits im September 2015 die Gründung einer Pegida-Partei in Aussicht gestellt hatte, bekräftigte er dieses Vorhaben nun erneut. Zugleich regte er eine parlamentarische Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland (AfD) an. Bachmann schlug vor, eine gemeinsame Liste zu bilden. Das habe sich bereits bei Bündnis90/Die Grünen bewährt. "Es gibt derart große Schnittmengen, dass man über persönliche Befindlichkeiten wirklich hinweg schauen muss", sagte Bachmann, ohne aber konkrete Namen von unliebsamen Personen innerhalb der rechtspopulistischen Partei zu nennen.

Unter die Gegner der Pegida-Bewegung, die zeitgleich am Theaterplatz zusammengekommen waren, hatte sich auch die Grüne-Politikerin Claudia Roth gemischt. In einer Rede vor etwa 250 Gegendemonstranten beklagte sie: "Diejenigen, die heute Recht und Ordnung von anderen einforderten", hätten selbst schon lange "den Boden der Verfassung verlassen". "Wir schenken denen nicht unsere Angst", rief sie. "Sondern wir stellen uns vor die Menschen, die Angst haben." Roth warnte vor dem erstarkenden Rechtsextremismus im Land - und kritisierte auch die jüngsten Übergriffe auf Journalisten.

Bachmann hat "zwanzigmal Korrektur gelesen"

Derweil hatte sich Bachmann ein paar Hundert Meter entfernt wieder einmal auf die Medien eingeschossen. Der 43-Jährige kündigte eine Anzeige gegen die "tageszeitung" an, die in ihrer Satire-Rubrik die Vorkommnisse in Clausnitz und Bautzen auf recht derbe Weise polemisiert hatte. Sachsen, hieß es in dem Beitrag, sei "ein Land, das auf der Karte so aussieht, als hätte jemand in die Mitte Europas gekotzt, eine stinkende und stückige Lache Erbrochenes." Bachmann zitierte aus dem "Manifest" - und entschuldigte sich später, dass er zunächst die falsche Quelle genannt hatte. Er habe den Text "zwanzigmal Korrektur gelesen" - und die "tageszeitung" dennoch mit dem "Tagesspiegel" verwechselt.

Die beiden Demonstrationen waren von 286 Polizisten abgesichert worden. Am kommenden Montag wollen die Pegida-Anhänger nicht in Dresden demonstrieren, sondern den Ableger "Legida" in Leipzig unterstützen.

Quelle: n-tv.de

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