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Klar ist nur, dass der mittlere Mann auf dem Bild der Überwachungskamera Ibrahim al-Bakraoui ist. Zu dem Mann links haben die Ermittler noch keine Erkenntnisse. Von dem rechts hieß es lediglich, er werde gesucht.
Klar ist nur, dass der mittlere Mann auf dem Bild der Überwachungskamera Ibrahim al-Bakraoui ist. Zu dem Mann links haben die Ermittler noch keine Erkenntnisse. Von dem rechts hieß es lediglich, er werde gesucht.(Foto: REUTERS)

Staatsanwalt bestätigt Berichte: Bakraoui-Brüder als Täter identifiziert

Die belgischen Ermittler bestätigen in einer Pressekonferenz, was zuvor nur vermutet werden konnte: Ein Brüderpaar hat am Vortag die Anschläge in Brüssel verübt. Weitere Verdächtige sind unbekannt oder auf der Flucht.

Die Staatsanwaltschaft Brüssel hat zwei Selbstmordattentäter identifiziert. Es handelt sich, wie zuvor bereits berichtet worden war, um die Brüder Ibrahim und Khalid al-Bakraoui. Der 30 Jahre alte Ibrahim hatte sich demnach um 7:58 am Flughafen Zaventem in die Luft gesprengt. Sein jüngerer Bruder Khalid wurde als Selbstmordattentäter auf die Metrostation Maelbeek in der Brüsseler Innenstadt identifiziert. Die Brüder Al-Bakraoui waren belgische Staatsbürger.

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Die Zahl der Opfer bezifferte Staatsanwalt Frederic van Leeuw mit 31 Toten und 260 Verletzten. Es könne aber über die kommenden Tage noch Veränderungen geben.

Unter den Opfern sind möglicherweise auch Deutsche. "Nach allen uns bisher vorliegenden Informationen können wir leider nicht ausschließen, dass auch Deutsche bei den Terroranschlägen ums Leben gekommen sind", hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.

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Auf Bildern von Überwachungskameras am Flughafen waren drei Männer zu sehen. Wie die Staatsanwaltschaft angab, ist die Identität des Mannes, der ganz links zu sehen ist, nicht bekannt. In der Mitte ist Ibrahim al-Bakraoui zu sehen. Zu dem dritten Mann ganz rechts hieß es lediglich, nach ihm werde gefahndet. Medien hatten berichtet, es handele sich um den 24 Jahre alten Najim Laachraoui. Am Vormittag war gemeldet worden, Laachraoui sei gefasst worden, was sich kurz darauf als falsch erwies.

Die Ermittler gaben außerdem bekannt, dass nahe einer durchsuchten Wohnung im Stadtteil Schaerbeek in einem Straßenmülleimer das Testament von Ibrahim al-Bakraoui gefunden worden sei. Er habe demnach nicht mehr gewusst, was er tun solle, weil er zur Fahndung ausgeschrieben war. Er habe nicht festgenommen werden und im Gefängnis enden wollen. Bei mehreren Durchsuchungen in Brüssel-Schaerbeek wurde ein Verdächtiger festgenommen, van Leeuw nannte aber keine Details.

In ganz Europa herrscht seit den Anschlägen Terrorangst. Vielerorts wurden Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die US-Regierung warnte ihre Bürger angesichts der jüngsten Anschläge vor Gefahren bei Reisen nach Europa. Mögliche Ziele von Attentätern seien etwa Touristenattraktionen oder Sportveranstaltungen.

Der Flugverkehr von und nach Brüssel soll frühestens am Freitag wieder aufgenommen werden. Etwa 1500 gestrandete Passagiere mussten die Nacht in Turnhallen verbringen.

Quelle: n-tv.de

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