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Ban setzt auf eine freiwillige Lösung.
Ban setzt auf eine freiwillige Lösung.(Foto: dpa)

480.000 Syrer sollen verteilt werden: Ban fordert von Staaten mehr Einsatz

Die Vereinten Nationen rufen die Staatengemeinschaft auf, mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Seit Ausbruch des Bürgerkrieges vor fünf Jahren sind rund Millionen Syrer auf der Flucht. Bis 2018 soll jeder zehnte eine neue Heimat bekommen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat an die internationale Gemeinschaft appelliert, zur Entlastung der Nachbarländer Syriens deutlich mehr Kriegsflüchtlinge als bisher aufzunehmen. Dafür müssten zusätzliche legale Wege geschaffen und angeboten werden, forderte er bei der Genfer UN-Flüchtlingskonferenz für Syrien. Ban rief zu entsprechenden freiwilligen Beiträgen all jener Staaten auf, die dazu in der Lage seien.

Der Krieg in Syrien habe "zur größten Flüchtlings- und Vertreibungskrise unserer Zeit geführt", betonte der UN-Generalsekretär vor Vertretern aus mehr als 90 Staaten und von zahlreichen internationalen Organisationen. "Das macht eine exponentielle Steigerung der weltweiten Solidarität erforderlich", fügte er hinzu.

Von den bislang insgesamt 4,8 Millionen Syrern, die in die Türkei, in den Libanon, nach Jordanien und Ägypten sowie in den Irak geflohen seien, sollten wohlhabendere Staaten wenigstens zehn Prozent aufnehmen, erklärte Ban. Das wären 480.000 Menschen. Dies sei "eine relativ kleine Zahl" verglichen mit den Lasten, die Nachbarländer Syriens seit Jahren tragen würden. Bislang lägen den UN nur Zusagen über insgesamt 178.000 Plätze zur zusätzlichen Aufnahme syrischer Migranten vor.

Viele Varianten möglich

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hofft, dass die Konferenz zu mehr freiwilligen Aufnahme-Versprechen vor allem seitens der wohlhabenderen Länder führt. Dies dürfe aber keineswegs als Ersatz für die Aufnahme von Flüchtlingen in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht gesehen werden, erklärte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi. Mehr Länder sollten sich entschließen, verschiedene Einreise- und Aufenthaltsmöglichkeiten anzubieten - wie etwa humanitäre Transfervisa, Hochschulstipendien, Familienzusammenführungen oder auch private Patenschaften.

Ebenfalls in Genf laufen Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien unter Aufsicht der UN. Allerdings gestalten sich die Verhandlungen schwierig.

Quelle: n-tv.de

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