Politik

Am Rande der KatastropheBan in der Antarktis

11.11.2007, 11:16 Uhr

Das Abschmelzen der Gletscher sei "verstörend", sagte Ban Ki Moon. Vor allem die Industrieländer seien aufgerufen. "Dies ist ein Notfall, und für Notfälle brauchen wir Notmaßnahmen."

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zu einem verstärkten Engagement im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Vor allem die Industrieländer seien zum Handeln aufgerufen. Wie die Vereinten Nationen in New York mitteilten, hatte sich Ban bei einem Besuch in der Antarktis selbst ein Bild von der Lage gemacht.

Die steigenden Temperaturen auf dem Kontinent zeigten die wachsenden Gefahren des sich wandelnden Klimas, hieß es. "Was wir gesehen haben, war sehr beeindruckend und schön, außerordentlich schön", sagte Ban nach einem Rundflug über schmelzende Eisfelder auf dem südlichsten Kontinent, an deren Rändern das Abbrechen von Gletscherstücken von der Größe von Mehrfamilienhäusern zu beobachten war. "Aber zugleich ist es verstörend", fügte der UN-Chef hinzu: "Wir haben das Abschmelzen von Gletschern gesehen."

"Wir sehen die Schönheit der Antarktis - und die Gefahr, die die globale Erwärmung darstellt, und die Dringlichkeit, dass wir etwas dagegen tun", so Ban. "Die Antarktis ist am Rande einer Katastrophe - für die ganze Welt".

Der Besuch Bans in der Antarktis war der erste eines UN-Generalsekretärs auf dem Südkontinent. Ban hatte drei Forschungsstationen in der Antarktis besucht, um sich einen Eindruck von den Auswirkungen der Erderwärmung auf das ewige Eis zu machen. Ban verschafft sich derzeit auf einer Südamerika-Reise im Vorfeld der UN-Weltklimakonferenz auf Bali im Dezember Eindrücke aus erster Hand zu den globalen Veränderungen der Umwelt durch die Erderwärmung. "Die Veränderungen spielen sich viel schneller ab, als ich dachte", sagte er in Südchile. Als weitere Station seiner Reise war ein Besuch im Amazonas-Regenwald in Brasilien geplant.