Politik

Ägyptens Opposition bewegt sichBaradei will jetzt reden

30.01.2013, 11:16 Uhr
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Als Leiter der Internationalen Atomenergie-Organisation bekam Mohammed al-Baradei 2005 den Friedensnobelpreis. (Foto: AP)

Kurz nachdem Präsident Mursi nach Deutschland abgereist ist, macht Ägyptens prominentester Oppositioneller eine Kehrtwende: Statt seiner Blockadehaltung will er nun selbst die ersten Schritte für einen nationalen Dialog organisieren.

Der ägyptische Oppositionsführer Mohammed al-Baradei hat eine Krisensitzung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi mit der Opposition vorgeschlagen. Ziel dieses Treffens müsse es sein, "die Gewalt zu beenden und einen ernsthaften Dialog zu beginnen", schreibt der Friedensnobelpreisträger bei Twitter. An dieser Krisensitzung sollten auch die Minister für Inneres und Verteidigung sowie Vertreter der Opposition und der radikal-salafistischen "Partei des Lichts" teilnehmen.

Bislang hatten die meisten Oppositionellen die Einladung der regierenden Islamisten zu einem Dialog abgelehnt, weil diese bei früheren Gesprächen nie auf ihre Forderungen eingegangen waren. Viele Ägypter hatten sich am vergangenen Wochenende kritisch zum Vorschlag der Opposition geäußert, die für April geplante Parlamentswahl zu boykottieren.

Bei Straßenschlachten zwischen Regierungsgegnern und Polizisten in mehreren Provinzen sind seit Freitag vergangener Woche nach offiziellen Angaben 49 Menschen getötet worden.

Die überraschende Einladung al-Baradeis kommt, während sich Präsident Mursi in Berlin aufhält. Er wird dort mit Kanzlerin Angela Merkel zusammenkommen und auch vor dem Auswärtigen Ausschuss sprechen. Ursprünglich war geplant, am Donnerstag auch mit Bundespräsident Joachim Gauck und am Freitag mit Frankreichs Präsident Francoise Hollande zusammenzutreffen. Wegen der Unruhen in Ägypten wurde der Besuchsplan aber verkürzt.

Quelle: ntv.de, che/dpa