Donnerstag, 21. Januar 2010
Linke klärt Personalie: Bartsch jetzt Fraktionsvize
Nach der Ankündigung seines Rückzugs als Bundesgeschäftsführer der Linken ist Dietmar Bartsch jetzt stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion. Der 51- Jährige wurde von den Abgeordneten seiner Partei mit großer Mehrheit gewählt. Nach Auskunft von Teilnehmern erhielt Bartsch fast 80 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Nach einem parteiinternen Machtkampf hatte Bartsch in der vergangenen Woche angekündigt, er wolle auf dem Parteitag im Mai nicht wieder als Bundesgeschäftsführer kandidieren. Nach dieser Entscheidung war spekuliert worden, dass Bartsch vom einfachen Bundestagsabgeordneten zum Fraktionsvize aufrücken könnte.
Interne Machtkämpfe
Zuvor hatte Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi seinem alten Kampfgefährten Bartsch illoyales Verhalten gegenüber Parteichef Oskar Lafontaine vorgeworfen. Gysi hatte gesagt, Bartsch habe Medien Interna gesteckt und damit die Debatte über ein endgültiges Ausscheiden Lafontaines aus der Spitze der Partei angefacht. Lafontaine pausiert seit Wochen wegen einer Krebserkrankung. Seine politische Zukunft ließ er auch bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Operation am Dienstagabend in Saarbrücken offen.
Nach den Worten Gysis hat sich Lafontaine bereits entschieden, ob er in Rostock wieder als Bundesvorsitzender antritt. Lafontaine werde sich bald dazu äußern, kündigte der Fraktionschef an und betonte zugleich, Lafontaine sei wie kein anderer in der Lage, auch vom Saarland aus erfolgreich Bundespolitik machen.
Der Gewählte ist zufrieden
Bartsch zeigte sich mit seinem Wahlergebnis zufrieden. "Das waren in der vergangenen Woche für mich keine leichten Stunden", räumte er ein. Dass es von den 66 Abgeordneten nur 12 Gegenstimmen gegeben habe, sei vor diesem Hintergrund "beachtlich".
Bislang gab es neben dem Vorsitzenden Gysi mit Gesine Lötzsch, Klaus Ernst, Ulrich Maurer, Werner Dreibus, Petra Sitte und Jan van Aken sechs Fraktionsvize. Für Bartsch wurde nun ein siebtes Stellvertreteramt geschaffen.
dpa/AFP
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