Samstag, 13. März 2010
Konferenz der Integrationsminister: Bayern lehnt "Doppel-Pass" ab
Bayern lehnt eine doppelte Staatsangehörigkeit von Heranwachsenden aus Einwandererfamilien ab. In München erwartet man, dass sich in Deutschland geborene Kinder von Einwanderern nach der Volljährigkeit klar für die eine oder andere Staatsbürgerschaft entscheiden.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die bayerische Staatsregierung lehnt eine doppelte Staatsangehörigkeit von Heranwachsenden aus Einwandererfamilien weiter entschieden ab. "Wir erwarten, dass sich in Deutschland geborene Kinder von Einwanderern nach der Volljährigkeit klar für die eine oder andere Staatsbürgerschaft entscheiden", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in München und reagierte damit auf entsprechende Forderungen von Schleswig-Holsteins Integrationsminister Emil Schmalfuß. Der parteilose Politiker will auf der Konferenz der Integrationsminister an diesem Freitag in Düsseldorf für die Abschaffung der Optionspflicht werben.
Demnach müssen sich in Deutschland aufgewachsene junge Leute zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr entscheiden, ob sie Deutsche bleiben und damit die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern abgeben wollen. Wenn sie diese dagegen behalten wollen, sind sie nicht länger Deutsche.
"Die Staatsbürgerschaft bedeutet Rechte und Pflichten", erklärte Herrmann dazu. "Es kann nicht sein, dass ich einmal Deutscher, einmal Ausländer sein möchte, je nachdem, was mir gerade günstiger erscheint." Wer den deutschen Pass wolle, müsse sich eindeutig zu Deutschland bekennen, die Optionsmöglichkeit im geltenden Staatsangehörigkeitsrecht sei "überaus großzügig".
dpa
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