Politik

Kooperation mit Verfassungsschutz: Becker lieferte Informationen

Die ehemalige RAF-Terroristin Becker hat einem Medienbericht zufolge Anfang der 1980er Jahre mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz zusammengearbeitet. Die Kooperation habe Informationen zur RAF beinhaltet. Der Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts Buback ist entsetzt.

Verena Becker
Verena Becker(Foto: dapd)

Die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker hat nach Informationen der "Bild"-Zeitung mit dem Verfassungsschutz kooperiert. Becker habe dafür auch Geld vom Staat bekommen, berichtet das Blatt unter Berufung auf das schriftliche Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart im Prozess um die Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback.

In dem Urteil heißt es den Angaben zufolge, Becker habe im Dezember 1981 "Kontakt zum Bundesamt für Verfassungsschutz aufgenommen und im Rahmen umfangreicher Gespräche Informationen zur 'RAF' geliefert".

In dem Urteil heißt es laut "Bild"-Zeitung weiter, dass der Senat davon überzeugt sei, dass der Angeklagten die Zusammenarbeit trotz erlangter Geldleistungen und eventuellen Vorteilen in der Strafvollstreckung nicht leicht gefallen sei. Becker war im Dezember 1977 wegen versuchten Mordes an zwei Polizisten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Sie wurde nach nur zwölf Jahren 1989 begnadigt.

Weitere Haftstrafe

Im Juli vergangenen Jahres wurde die Ex-Terroristin erneut verurteilt: Sie wurde vom Oberlandesgericht Stuttgart für schuldig befunden, das RAF-Kommando bei dem tödlichen Anschlag auf Buback und zwei seiner Begleiter 1977 psychisch unterstützt zu haben. Becker wurde wegen Beihilfe zum Mord zu vier Jahren Haft verurteilt, zweieinhalb Jahre ihrer Strafe gelten wegen einer früheren Haft bereits als verbüßt.

Michael Buback, Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, zeigte sich entsetzt über die Zusammenarbeit zwischen Becker und dem Verfassungsschutz: "Es ist unfassbar, dass der Verfassungsschutz mit einer zu Lebenslang verurteilten Terroristin kooperiert hat", sagte er der "Bild"-Zeitung.

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Quelle: n-tv.de

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