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Bereits mehr als 1700 Festnahmen: Behörden gehen stärker gegen Schlepper vor

Nicht erst seit dem Tod Dutzender Flüchtlinge in einem Lkw in Österreich gehen deutsche Behörden stärker gegen Schlepper vor. Die Bundespolizei veröffentlicht dazu Zahlen. In Bayern nimmt eine spezielle Polizeistelle ihre Arbeit auf.

Die bayrische Polizei geht wie die Bundespolizei stärker gegen Schlepperbanden vor.
Die bayrische Polizei geht wie die Bundespolizei stärker gegen Schlepperbanden vor.(Foto: dpa)

Die Bundespolizei geht stärker gegen Schleuserbanden vor: Zwischen Jahresbeginn und Ende Juli nahm sie bei Kontrollen im grenznahen Bereich und in Zügen insgesamt 1785 mutmaßliche Schleuser fest, wie die Behörde in Potsdam mitteilte. Im vergangenen Jahr hatten die Bundespolizisten dem Bericht zufolge insgesamt 2149 Schleuser gefasst.

227 der Festgenommenen kommen den Angaben zufolge aus Ungarn. Die mit 147 Fällen zweitgrößte Gruppe kommt aus Rumänien, die drittgrößte Gruppe aus Serbien (110), die viertgrößte Gruppe aus Syrien (108) und die fünftgrößte Tätergruppe stamme aus Bulgarien (101).

Im Zuge der anhaltend hohen Flüchtlingszahlen werden zunehmend Forderungen laut, stärker gegen die Schlepperbanden vorzugehen. Am Donnerstag hatte der Fund von 71 toten Flüchtlingen in einem Kühl-Lastwagen in Österreich für Entsetzen gesorgt. Sie waren offenbar von ihren Schleppern im Stich gelassen worden.

Dienststelle nimmt Arbeit auf

Deshalb verstärkt auch Bayern die Fahndung nach Schleuserbanden. "Für alle Flüchtlinge gilt: Wir sorgen für deren Sicherheit, solange sie bei uns sind", sagte Innenminister Joachim Herrmann bei einer Schwerpunktkontrolle an der Autobahn 3 in Pocking bei Passau, wo Schleuser immer wieder Flüchtlinge auf dem Standstreifen aussetzen.

"Das ist eine höchstgefährliche Situation", betonte Herrmann. Nur durch Glück sei noch niemand überfahren worden. "Die Schleuser wollen nur Gewinn machen und nehmen keine Rücksicht auf das Schicksal der Menschen."

An diesem Dienstag wird in Passau zudem eine länderübergreifende Polizeistelle ihren Dienst aufnehmen. Dort sollen Informationen zur Schleusungskriminalität gesammelt und ausgewertet werden, betonte Herrmann. Die Stelle ist mit einem Experten vom Bundeskriminalamt in Wien, vom bayerischen Landeskriminalamt, von der Bundespolizei und vom Polizeipräsidium Niederbayern besetzt.

Quelle: n-tv.de

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