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Dienstag, 26. Juli 2016

Terror in Nordfrankreich: Beide Geiselnehmer waren auf Gefährderliste

Ein IS-nahes Medium verkündet, die Geiselnahme in Frankreich sei von Kämpfern der IS-Terrormiliz durchgeführt worden. Die Ermittler nehmen eine Person fest. Beide Täter sollen in einer französischen Gefährderkartei geführt worden sein.

Die beiden Geiselnehmer in Nordfrankreich waren den französischen Behörden offenbar bekannt. Nach Angaben aus französischen Ermittlerkreisen soll einer der Männer im Jahr 2015 versucht haben, nach Syrien zu reisen. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich wurde er in U-Haft genommen und im März mit einer elektronischen Fußfessel freigelassen. Er stand demnach auf einer Gefährderliste.

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Auch der Name des anderen Angreifers befand sich der französischen Zeitung "Le Point" zufolge in der Kartei. Er soll mit dem Hinweis "schwere Bedrohung für die nationale Sicherheit" versehen gewesen sein. In der Datenbank befinden sich demnach Namen von etwa 10.500 Personen.

Nach dem Ende der blutigen Geiselnahme in der nordfranzösischen Kirche, bei der beide Täter erschossen wurden, nahmen Ermittler einen anderen Mann fest. Es gibt bislang kaum Angaben zu seiner Identität, oder dem Grund der Festnahme. Es soll sich um einen Minderjährigen handeln, der Verbindungen zu einem der Attentäter hatte.

Eine Geisel getötet

Nach Darstellung des IS-Sprachrohrs "Amak" sind die Geiselnehmer "Soldaten der Terrormiliz Islamischer Staat". Die Tat sei eine Antwort auf die Angriffe von "Kreuzzüglern" auf den IS, teilte Amak im Internet mit. Zuvor hatte Frankreichs Präsident François Hollande gesagt, die Tat in Saint-Étienne-du-Rouvray sei wohl ein Terroranschlag. Der Priester wurde dabei von zwei Terroristen ermordet. Sie hätten sich auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat berufen. Die Angreifer durchschnitten dem Priester die Kehle und verletzten eine weitere Geisel lebensgefährlich, bevor sie von der Polizei erschossen wurden.

Deutschland stehe an der Seite Frankreichs, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier: "Wir sind entschlossen, gemeinsam mit unseren Partnern dem Terrorismus die Stirn zu bieten." Die Täter wollten nicht nur Terror verbreiten, sondern auch Zwietracht in den Gesellschaften säen. Die politisch Verantwortlichen seien gefordert, diese Rechnung nicht aufgehen zu lassen.

Frankreich gehört zu einer internationalen Allianz, die gegen den Islamischen Staat kämpft. Auch die Bundeswehr ist an dem Einsatz beteiligt. Der Selbstmordattentäter von Ansbach hatte in einem Bekennervideo als Motivation angegeben, Rache für von Deutschen getötete Muslime nehmen zu wollen.

Quelle: n-tv.de

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