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Hier wurde mal ein Mensch von den Ärzten ohne Grenzen behandelt. Nun ist von der Krankenstation im Bezirk Idlib in Syrien nur noch Schutt und Asche übrig.
Hier wurde mal ein Mensch von den Ärzten ohne Grenzen behandelt. Nun ist von der Krankenstation im Bezirk Idlib in Syrien nur noch Schutt und Asche übrig.(Foto: picture alliance / dpa)

Teil der Militärstrategie?: Bericht: Russland attackiert syrische Kliniken

Immer wieder werden in Syrien Krankenhäuser aus der Luft angegriffen. Amnesty International vermutet dahinter eine Kriegsstrategie. Nun soll sich nach dem Willen mehrerer Länder die UN damit befassen.

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) vermutet hinter Luftangriffen auf Krankenhäuser in Syrien eine Kriegsstrategie des Regimes und Russlands. "Syrische und russische Kräfte haben Gesundheitseinrichtungen absichtlich angegriffen und damit das humanitäre Völkerrecht eklatant verletzt", sagte die Amnesty-Mitarbeiterin Tirana Hassan in einer veröffentlichten Mitteilung. "Aber wirklich ungeheuerlich ist, dass das Zerstören von Kliniken Teil ihrer Militärstrategie geworden zu sein scheint."

Eine AI-Untersuchung habe Hinweise auf systematische Bombardierungen in den vergangen drei Monaten gefunden. Westliche Regierungen und Aktivisten hatten syrische Regierungstruppen und ihre russischen Verbündeten für Angriffe auf Krankenhäuser verantwortlich gemacht. Moskau hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

Derweil streben mehrere Mitglieder des UN-Sicherheitsrats eine Resolution gegen Attacken auf Krankenhäuser an. Ägypten, Japan, Spanien, Neuseeland und Uruguay arbeiten derzeit an einem gemeinsamen Entwurf, erklärte die Sprecherin der neuseeländischen UN-Mission Nicola Garvey. Es sei an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft ein Zeichen setze für den Schutz von Ärzten und medizinischen Einrichtungen in Ländern wie Syrien, dem Jemen oder Afghanistan.

101 Einrichtungen angegriffen

Laut Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wurden seit Anfang 2015 insgesamt 101 Krankenhäuser und Behandlungszentren in Syrien angegriffen. In einem Bericht schreibt die Organisation, von Januar bis Dezember vergangenen Jahres seien Krankenhäuser und provisorische Behandlungszentren 94 Mal bombardiert oder beschossen worden, 23 Mitarbeiter starben. In zwölf Fällen seien die Behandlungsräume komplett zerstört worden.

Ärzte ohne Grenzen befürwortete die Initiative der fünf nicht-ständigen Ratsmitglieder. Solange die Weltgemeinschaft die Angriffe nicht verurteile, drohten diese "zur Normalität zu werden", sagte MSF-Chef Jason Cone.

Quelle: n-tv.de

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