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Ein Mann lehnt an einer mit Regenbogenfarben bemalten Säule am Abdel-Moneim-Riad-Platz im Herzen von Kairo.
Ein Mann lehnt an einer mit Regenbogenfarben bemalten Säule am Abdel-Moneim-Riad-Platz im Herzen von Kairo.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 23. Oktober 2017

Verhaftungen von Homosexuellen: Berlin passt Reisehinweise für Ägypten an

Homosexualität ist in Ägypten gesetzlich nicht verboten. In den vergangenen Wochen nehmen die Sicherheitsbehörden dennoch dutzende Menschen unter diesem Vorwurf fest. Das Auswärtige Amt warnt deutsche Urlauber.

Das Auswärtige Amt hat aufgrund einer Verhaftungswelle gegen Homosexuelle seine Reisehinweise für Ägypten angepasst. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch ausländische Touristen durch die Benutzung von Dating-Apps ins Visier der ägyptischen Behörden gerieten, hieß es in einem neuen Absatz der Hinweise.

In Ägypten waren in den vergangenen Wochen Dutzende Menschen wegen angeblich homosexueller Handlungen festgenommen worden. Zuvor hatte das Schwenken mehrerer Regenbogenflaggen bei einem Konzert einer libanesischen Band einen Aufschrei in der Öffentlichkeit ausgelöst - die Flaggen stehen auch für sexuelle Vielfalt und Respekt gegenüber Homosexuellen.

Homosexualität ist in Ägypten nicht gesetzlich verboten, aber ein gesellschaftliches Tabu. In der Vergangenheit wurden angebliche Homosexuelle deshalb zum Beispiel wegen Verachtung des Islam oder der Förderung von Ausschweifungen eingesperrt und auch verurteilt.

Mit Reise- und Sicherheitshinweisen weist das Auswärtige Amt auf länderspezifische Risiken hin. Anders als bei einer Reisewarnung handelt es sich allerdings nur um eine Empfehlung für deutsche Touristen.

Quelle: n-tv.de

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