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Der Eurofighter soll durch eine neue Kampfjet-Generation ersetzt werden.
Der Eurofighter soll durch eine neue Kampfjet-Generation ersetzt werden.(Foto: picture alliance / Rainer Jensen)
Donnerstag, 13. Juli 2017

Kooperation bei Rüstungsvorhaben: Berlin und Paris planen neuen Kampfjet

Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron wollen in Verteidigungsfragen enger zusammenarbeiten - und das schließt auch Ausgaben für Rüstungsprojekte ein. Neben gemeinsamen Kampfjets könnte es auch deutsch-französische Panzer und Aufklärer geben.

Deutschland und Frankreich wollen zusammen einen europäischen Kampfjet als Nachfolger für Eurofighter und Rafale entwickeln. Dieser solle langfristig die "aktuellen Kampfflugzeug-Flotten" beider Länder ersetzen, teilte der Élysée-Palast nach dem deutsch-französischen Ministerrat in Paris mit. Die konkreten Pläne für das Projekt sollen demnach bis Mitte kommenden Jahres ausgearbeitet werden.

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Auch bei anderen großen Rüstungsprojekten streben beide Länder in den kommenden Jahrzehnten eine Kooperation an. So soll geprüft werden, ob eine gemeinsame Beschaffung eines neuen Kampfpanzers und eines Seefernaufklärers machbar sei. Die Vorhaben sollten auch anderen europäischen Staaten offenstehen.

Zudem peilten die Nachbarn eine Vereinheitlichung der verschlüsselten Kommunikation ihrer Armeen an, damit die Soldaten direkt miteinander kommunizieren könnten und Zugriff auf gemeinsame Daten hätten. Die Cyber-Kommandos der deutschen und französischen Streitkräfte sollen ebenfalls enger zusammenarbeiten. Bei den Rüstungsprojekten wollen die beiden Länder zunächst ihre Fahrpläne abgleichen, wann welche Armee neues Gerät benötigt. Dann soll untersucht werden, ob eine gemeinsame Entwicklung oder ein gemeinsamer Kauf sinnvoll ist.

Neue Generation Kampfpanzer

Konkret geht es dabei unter anderem um die nächste Generation Kampfpanzer. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Konzeptstudie soll bis Mitte 2018 ein Fahrplan für das weitere Vorgehen aufgestellt werden. Nach dem Zusammenschluss der deutschen Panzerschmiede KMW und des französischen Panzerbauers Nexters war bereits in der Vergangenheit spekuliert worden, dass das fusionierte Unternehmen die Entwicklung eines "Le Leo" (angelehnt an den deutschen Kampfpanzer Leopard 2) angehen könnte.

Bei der Beschaffung eines neuen Artilleriegeschützes streben die beiden Länder ebenfalls eine Zusammenarbeit an. Zudem wollen sie auf eine europäische Lösung hinarbeiten, um die alternden Seefernaufklärer zu ersetzen. Auch hierzu soll es 2018 einen gemeinsamen Fahrplan geben. Der Kampfhubschrauber Tiger von Airbus soll ebenfalls modernisiert werden.

Quelle: n-tv.de

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