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In einem Altenheim in Weingarten (Kreis Ravensburg).
In einem Altenheim in Weingarten (Kreis Ravensburg).(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland im Jahr 2030: Halbe Million Pflegekräfte fehlen

Wer pflegt die vielen pflegebedürftigen Menschen? Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge werden in vielen Städten und Kreisen tausende Vollzeitkräfte fehlen. "Erhebliche Versorgungsprobleme" sieht ein Forscher. Die Regionalen Unterschiede sind erheblich.

Deutschland droht einer neuen Studie zufolge ein massiver Mangel an Betreuungskräften für Pflegebedürftige. Rund eine halbe Million Vollzeit-Pflegekräfte könnten im Jahr 2030 fehlen - dies ergab eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung.

Gruppenspiel mit einem Ball im Altenheim Weingarten (Kreis Ravensburg).
Gruppenspiel mit einem Ball im Altenheim Weingarten (Kreis Ravensburg).(Foto: picture alliance / dpa)

Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis 2030 um fast die Hälfte auf knapp dreieinhalb Millionen steigen wird - in bestimmten Kommunen wird sie sich der Stiftung zufolge sogar verdoppeln. "In vielen Landkreisen wird es zu erheblichen Versorgungsproblemen kommen, wenn heute nichts geschieht", sagt Heinz Rothgang vom Bremer Zentrum für Sozialpolitik, einer der Autoren der Studie. Darin sind Daten für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt in Deutschland ausgewiesen. Damit sollen sich Bürgermeister und Landräte ein Bild machen können, was auf sie und ihre Nachfolger zukommt.

Ein Beispiel: Ein Großteil Brandenburgs ist auf der Deutschland-Karte tiefrot gefärbt. Demnach steigt die Zahl der Pflegebedürftigen zwischen 2009 und 2030 hier um 60 Prozent oder mehr. Gleiches gilt für weite Teile Süd- und Nordwestdeutschlands.

Große regionale Unterschiede bei Bedürftigen

Konkret fallen die Prognosen für die Bundesländer sehr unterschiedlich aus. So wird für Bremen ein Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen um rund 28 Prozent vorausgesagt, für Brandenburg hingegen um rund 72 Prozent. Für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wird ein Anstieg um 56 Prozent prognostiziert, für Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein um 54 Prozent. Die übrigen Bundesländer: Sachsen 46 Prozent, Thüringen 46 Prozent, Niedersachsen 45 Prozent, Hessen 43 Prozent, Nordrhein-Westfalen 41 Prozent, Rheinland-Pfalz 41 Prozent, Sachsen-Anhalt 40 Prozent, Saarland 34 Prozent, Hamburg 32 Prozent.

Einen Anstieg der Pflegebedürftigen um weniger als ein Fünftel prognostizieren die Experten für gerade einmal neun Kreise und Städte, darunter Gelsenkirchen, Hagen und Kassel. Mit der stärkste Anstieg wird dagegen für München vorhergesagt.

Pflegekräfte fehlen vor allem in Ostdeutschland

Den stärksten Bedarf an Pflegekräften sieht die Studie für Nordrhein-Westfalen, Ostdeutschland und Teile Nordwestdeutschlands. Im Kreis Recklinghausen etwa werden der Prognose zufolge 2030 rund 4500 Vollzeitkräfte fehlen. In diese Zahl sind auch Nicht-Pflegekräfte einkalkuliert, die Heimen dann ebenfalls fehlen dürften, wie etwa Köche.

Als Maßnahme gegen den Pflegekräfte-Mangel schlägt die Bundesagentur für Arbeit (BA) eine Verkürzung der Altenpflege-Ausbildung vor. Für Arbeitslose mit Vorkenntnissen sollten zwei statt drei Jahre Ausbildung genügen, sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker den "Ruhr Nachrichten"."Im Bereich der Altenpflege könnten sofort 10.000 Fachkräfte eingestellt werden, wir haben aber einen erheblichen Mangel an examinierten Kräften", kritisierte Becker gesetzliche Hürden.

Quelle: n-tv.de

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