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Die Angehörigen der Entführten demonstrierten für eine schnelle Aufklärung des Verbrechens. Die Bilanz der Behörden in Guerrero in solchen Fällen gibt jedoch wenig Anlass zur Hoffnung.
Die Angehörigen der Entführten demonstrierten für eine schnelle Aufklärung des Verbrechens. Die Bilanz der Behörden in Guerrero in solchen Fällen gibt jedoch wenig Anlass zur Hoffnung.(Foto: AP)

17 Menschen in Mexiko vermisst: Bewaffnete entführen Hochzeitsgesellschaft

Im Bundesstaat Guerrero tobt der Krieg der mexikanischen Drogenkartelle besonders heftig. Am vergangenen Wochenende gerät eine ganze Hochzeitsgesellschaft in die Gewalt bewaffneter Gangster. Die Polizei hat keine Spur von Opfern und Tätern.

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Die mexikanischen Sicherheitskräfte suchen nach einer Gruppe von bis zu 17 Menschen, die am Wochenende im unruhigen südlichen Bundesstaat Guerrero auf dem Weg zu einer Hochzeit verschleppt worden sind. Nach Angaben des Bürgermeisters der Gemeinde Arcelia wurden mindestens 17 Menschen aus dem Ort entführt, so Astudillo.

Die Polizei hatte am Wochenende mitgeteilt, dass mindestens sieben Menschen entführt worden seien, nachdem ihr Konvoi auf dem Weg zu dem Dorf La Palma von Bewaffneten gestoppt worden war. Am Ort des Überfalls wurden 15 verlassene Autos gefunden sowie die Leichen von drei Männern. Der Bürgermeister verdächtigte in einem Interview eine bewaffnete Gruppe aus der Nachbarregion San Miguel Totolapan, hinter der Tat zu stecken. Das Motiv der Entführer war jedoch zunächst unklar.

Hunderte Angehörige der Entführten und Bewohner von Arcelia forderten die Behörden bei einer Protestkundgebung auf, die Opfer baldmöglichst wiederzufinden. Laut dem Gouverneur des Bundesstaates, Hector Astudillo, suchen die Behörden mit großem Aufwand nach den Entführten. Unter anderem setze die Polizei zwei Hubschrauber ein. Eine heiße Spur gebe es jedoch nicht.

Guerrero wird seit Jahren von Kriminalität, Gewalt und Entführungen geplagt. Laut einer Statistik der mexikanischen Zeitung "Reforma" kam es seit Astudillos Amtsantritt im vergangenen Oktober zu 319 Morden in Guerrero bei Auseinandersetzungen mit und zwischen verschiedenen Drogenkartellen. International für Schlagzeilen sorgte vor allem der Fall von 43 Studenten, die im September 2014 in Guerrero entführt und mutmaßlich ermordet wurden. Der Fall führte zu monatelangen Protesten in Mexiko. Es besteht der Verdacht, dass ein örtlicher Bürgermeister die linken Studenten festnehmen ließ, um sie an einer Protestaktion zu hindern, und sie von Mitgliedern einer Drogenbande ermorden ließ.

Quelle: n-tv.de

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