Schüler und Studenten protestierenBildungsstreiks ab 17. November
Ein Zusammenschluss verschiedener Schüler- und Studentengruppen bereitet an mehr als 100 Hochschulorten erneut Bildungsstreiks vor.
Ein Zusammenschluss verschiedener Schüler- und Studentengruppen bereitet an mehr als 100 Hochschulorten erneut Bildungsstreiks vor. Auftakt soll am 17. November ein bundesweiter Protesttag gegen die Verschulung der neuen Bachelor-Studiengänge und die in einigen unionsgeführten Bundesländern erhobenen Studiengebühren sein, erklärten die Organisatoren in Berlin.
Die Aktionen erfolgten in enger Abstimmung mit den aktuellen Protesten und Hochschulbesetzungen in Österreich. Die deutschen Schüler fordern von den Kultusministern die Abschaffung der sogenannten Kopfnoten für Betragen und Lernverhalten, das Ende des "Turbo-Abiturs" nach zwölf Schuljahren, kleinere Klassen und mehr Mitspracherechte.
Bereits in diesem Sommer hätten sich nach Angaben der Veranstalter 270.000 Schüler- und Studenten an den Bildungsstreiks beteiligt. Die anschließenden Versprechungen von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und der Länder-Kultusminister nach Verbesserungen des Bachelor-Studiums seien nicht realisiert worden. Man wolle deshalb mit einer mehrstündigen Blockadeaktion die am 10. Dezember in Bonn tagende Kultusministerkonferenz "zum Nachsitzen zwingen".
Hörsäle besetzt
Nach Angaben der Organisatoren wurden in diesen Tagen bereits in Potsdam, Münster, Heidelberg, Marburg, München, Paderborn, Darmstadt, Greifswald, Dresden und Tübingen einzelne Hörsäle besetzt. Bundesweit sei eine Aktionswoche zwischen dem 30. November und dem 6. Dezember vorgesehen. Auch wolle man der am 24. November in Leipzig tagenden Hochschulrektorenkonferenz "einen Besuch abstatten".
Die Proteste werden zum Teil von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi unterstützt. Der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne sagte: "Wir brauchen endlich eine Kehrtwende in der Bildungspolitik. Sie wird seit Jahren von den Politikern an die Wand geschrieben - aber nicht realisiert." Das deutsche Bildungssystems sei entgegen allen Beteuerungen "drastisch unterfinanziert". "Wir brauchen 40 Milliarden Euro pro Jahr für den Bildungsbereich zusätzlich, um Kinder qualitativ hochwertig zu betreuen, mehr Ganztagsschulen einzurichten und mehr Lehrer und Dozenten in Schulen und Hochschulen einzustellen."